Palmöl-Lobby bläst zum Angriff auf Umweltschützer

Hamburg, 30. September – In einem im Internet verbreiteten und als Studie bezeichneten Papier konstruiert World Growth ein Bild von der Palmöl-Nutzung, das armen Ländern Entwicklung und Wohlstand verspricht. Dass die Palmöl-Industrie Motor der Regenwaldzerstörung in Südostasien und Verursacher gravierender Landkonflikte mit der lokalen Bevölkerung ist, verschweigt das Dokument. Kein Wort auch über Hungerkatastrophen wie aktuell in Guatemala, die Folge der großflächigen Monokulturen von Ölpalmen und Zuckerrohr sind, die den Anbau der Nahrungsmittel verdrängen. Über die Organisation, die als Adresse ein Postfach in den USA angibt, ist lediglich bekannt, dass sie von Alan Oxley geführt wird. Daten über die Gründung der Organisation, deren Mitglieder, Mitarbeiter und Finanzierung sucht man auf der Internetseite vergebens. Oxley ist ehemaliger Diplomat aus Melbourne und heute für verschiede Industrie-Lobby-Organisationen tätig. Bisher machte er durch Bergbauprojekte in der Mongolei von sich reden sowie durch umstrittene Veröffentlichungen zum Klimawandel. Auch agierte Oxley über sein Consultingunternehmen ITS für den berüchtigten malaysischen Holzkonzern Rimbunan Hijau, der in Südostasien ganze Landstriche gerodet hat. „Die Palmöl-Industrie scheint neuer Kunde von Oxley zu sein“, sagt Behrend. Oxleys Papier enthält die bereits bekannten Argumente der Palmöl-Industrie, die für ihren Ausbau auf die Zerstörung des Regenwaldes und auf die Vertreibung der dort lebenden Menschen angewiesen ist. „Alan Oxley verspricht Wohlstand und Entwicklung. Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Enteigneten und Entrechteten in den betroffenen Gebieten“, so Behrend weiter. Rettet den Regenwald unterstützt schon seit vielen Jahren lokale Initiativen und Dorfgemeinschaften, die aus ihren Gebieten vertrieben werden. Schon auf den ersten Blick ist für die Fachleute von Rettet den Regenwald offensichtlich, dass das Papier, das die Nachhaltigkeit der Palmöl-Nutzung bestätigen soll, keiner inhaltlichen Prüfung stand hält. Für Rettet den Regenwald ist es nichts Neues, dass die Industrie ungern über die Rodung der Urwälder, Menschenrechtsverletzungen, Korruption, Umweltverschmutzung und Ausbeutung von Rohstoffen spricht. Zur sachlichen Auseinandersetzung trage ein unvollständiges Papier aber nicht bei, so Behrend. Für Fragen steht zur Verfügung: Reinhard Behrend, Vereinsvorsiztender von Rettet den Regenwald, Tel. 040-410 38 04, info@regenwald.org

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