„Lass mich von Regenwäldern träumen“
: Mit unserem Gedichtwettbewerb „Poesie trifft Protest“ haben wir offenbar einen Nerv getroffen. Bereits knapp 130 Texte haben wir erhalten – es sind wunderbare Werke dabei, die wir mit großer Freude lesen. Vielen herzlichen Dank! Hier ist das zweite Gedicht, das wir vorausgewählt haben. Es stammt aus der Feder von Angelika Lotfey.
Die Tiere des Dschungels, die Faszination für die Regenwälder, die bedrückenden Gefühle angesichts der Rodungen, die Zuversicht, dass die Rettung gelingt – die knapp 130 eingereichten Texte fassen den Aufruf „Poesie trifft Protest“ auf individuelle Weise auf.
Hier ist das zweite Gedicht, das wir vorausgewählt haben:
Lass mich von Regenwäldern träumen
Lass mich von Regenwäldern träumen,
Dort, wo die Papageien leben
Und über Blütenblättersäumen
Handtellergroße Falter schweben,
Flughunde von Baumriesen gleiten,
Um deren Stämme sich Lianen schlingen,
Kakadus sich um Früchte streiten
Und Gibbons ihre Lieder singen.
Lass mich von Regenwäldern träumen,
Wo durch das Dickicht Tiger streifen,
Während von Tamarindenbäumen
Tukane ihren Warnruf keifen,
Wo in des Tages dumpfer Schwüle
Kolibris über Blüten schwirren
Und wo im nächtlichen Gewühle
Heerscharen von Insekten sirren.
Lass mich von Regenwäldern träumen,
Wo unerforschte Welten lauern;
Lass mich von Regenwäldern träumen,
Die mich und dich und unsere Enkel überdauern.
Autorin ist Angelika Lotfey.
In den kommenden Wochen veröffentlichen wir hier weitere Gedichte unseres Wettbewerbs. Wegen der großen Zahl der Einreichungen müssen wir dafür eine Vorauswahl treffen.
Dies ist das erste Gedicht des Wettbewerbs:
Ein Tropfen Hoffnung
Wenn sich in einem einzigen Tropfen
ein ganzer Wald spiegelt
werde ich ganz still
ahnungsvoll
dass es noch viel mehr gibt
als ich in diesem einen Tropfen sehen kann.
Wenn in dem Ruf eines bunten Vogels
die Hoffnung der ganzen Welt liegt
werde ich ganz still
ahnungsvoll
dass da viele sind
die dem Ruf der Hoffnung folgen.
Wenn die Schwere der Luft
sich auf mein Gemüt legt und mich niederdrückt
werde ich ganz still
ahnungsvoll
dass ich nicht ruhen darf
sondern aufstehen muss für eine bessere Welt.
Wenn die Sonne dann hinter den Waldriesen schlafen geht
und Wachstum in seiner Fülle mich erinnert
werde ich ganz still
ahnungsvoll
dass es immer ein Morgen gibt.
Autorin ist Susanne Gerstenberg.
In den kommenden Wochen veröffentlichen wir hier weitere Gedichte unseres Wettbewerbs. Wegen der großen Zahl der Einreichungen müssen wir dafür eine Vorauswahl treffen.
Sie haben Lust bekommen, selbst einen Text zu verfassen? Oder haben einen in der Schublade? Schicken Sie ihn gern an wettbewerb@regenwald.org. Informationen über den genauen Ablauf finden Sie hier. Je mehr Stimmen wir für den Regenwald sammeln, um so beeindruckender.
Im Juni stimmen unserer Unterstützerinnen und Unterstützer über das beste Regenwald-Gedicht ab. Wir erklären rechtzeitig, wie die Abstimmung funktioniert.