Auch nach Weltbank-Ausstieg leiden die Menschen weiter
Tansania: Ein 100 Millionen US-Dollar schweres Weltbank-Projekt sollte den Tourismus in Tansania ankurbeln - und hat stattdessen den Menschen Leid gebracht. Doch selbst über ein Jahr, nachdem die Bank REGROW abgebrochen hat, gehen Gewalt und die Drohung mit Vertreibung weiter. Jetzt wehren sich Dorfbewohner.
Dabei sah es danach aus, als könnten die Menschen aufatmen: Im November 2024 hat die Weltbank das Projekt REGROW nach internationalem Druck abgebrochen. Im Mittelpunkt standen drohende Vertreibungen und Gewalttaten der Ranger des Ruaha Nationalparks. Zum Abbruch hatte auch unsere Petition „Kein Geld für Vertreibung und Menschenrechtsverletzungen“ mit ihren 84.545 Unterschriften beigetragen, die wir persönlich bei der Bank in Washington DC übergeben haben. Weil die Kernforderungen damals offiziell erfüllt wurden, sammeln wir keine weiteren Unterschriften dafür.
Doch die positive Entscheidung der Bank hat sich als hohl herausgestellt. Trotz eines „Aktionsplans“ vom April 2025 leidet die Bevölkerung weiter: Ranger haben seither zwei Dorfbewohner umgebracht. Die Lebensgrundlagen werden weiter beschnitten, weil laufend Vieh beschlagnahmt wird. Dabei hat die Bank ausdrücklich zugesichert, dass Land- und Weidewirtschaft wieder aufgenommen werden dürfen. Mehr als 84.000 Menschen sind nach Angaben des Oakland Instituts betroffen.
Der Aktionsplan mache „das sogenannte Engagement der Bank, die durch ihre Finanzierungen verursachten Schäden zu beheben, zu einer Farce“, sagt Anuradha Mittal, Direktorin des Oakland Institutes. Zwei neue Projekte, die eigentlich die von REGROW betroffenen Gemeinden unterstützen sollten, hätten „keine angemessene Abhilfe“ geschaffen.
Am 2. Februar 2026 haben Einwohner des Distrikts Mbarali daher Beschwerde beim Grievance Redress Service der Weltbank eingelegt.
Der Website Mongabay gegenüber sagte ein Sprecher der Weltbank dagegen, der Aktionsplan sei „gut fortgeschritten“ (well advanced).
Um die Einheimischen zu unterstützen, können Sie diesen Brief des Oakland-Instituts unterschreiben. Die Gemeinden fordern, die alten Grenzen des Ruaha-Nationalparks von 1998 zu berücksichtigen, Zwangsräumungen und Umsiedlungsdrohungen einzustellen, Beschränkungen der Lebensgrundlagen aufzuheben und grundlegende öffentliche Dienstleistungen wieder anzubieten. Darüber hinaus wird die Entschädigung der Opfer verlangt.
Wir teilen die Forderungen und beobachten das Gebaren der Weltbank weiter.
Das Oakland Institut hat dieses Video über die Situation in Tansania veröffentlicht.
Kein Geld für Vertreibung und Menschenrechtsverletzungen in Tansania
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