Brasilien: Protestcamp Hunderter indigener Frauen gegen Goldmine am Xingu
Brasilien: Hunderte indigene Frauen protestieren im Bundesstaat Pará gegen eine geplante riesige Gold-Tagebaumine im Amazonasregenwald. Sie haben dazu ein Protestcamp vor dem Regionalbüro der Indigenenschutzbehörde FUNAI in Altamira aufgeschlagen. Die kanadische Bergbaufirma Belo Sun Ltda. droht mit dem Goldabbau den Fluss Xingu und die Lebensgrundlagen der dort lebenden indigenen Völker zu zerstören.
„Wir wollen, dass Belo Sun von hier verschwindet“, erklärt die indigene Frau Sol Juruma. „Wir haben Angst vor der Verschmutzung, vor den Chemikalien, die sie einsetzen werden, vor den Giften.“ Sie befürchtet die Verseuchung des Wassers des Xingu, des viertgrößten Nebenflusses des Amazonas durch den Bergbau und die riesigen Abraumbecken, die direkt am Flussufer errichtet werden sollen.
Hunderte indigene Frauen verschiedener Völker aus dem Gebiet des Mittellaufes des Xingu-Flusses in Brasilien, darunter Arara, Juruna, Kuruaya, Xikrin und Xipaya, protestieren mit einem Camp vor dem Regionalbüro der Indigenenschutzbehörde FUNAI (Nationale Stiftung für indigene Völker) in Altamira im Bundesstaat Pará. Sie fordern, eine Bergbaugenehmigung aufzuheben, die dem kanadischen Unternehmen Belo Sun Ltda. erteilt wurde.
Belo Sun will am Xingu-Fluss Gold abbauen. Dazu soll im Amazonasregenwald die größte Gold-Tagebaumine in Brasilien entstehen. 620 Millionen Tonnen Erdreich und Gestein sollen aus dem Urwaldboden gesprengt und gebaggert werden, um einige Tonnen Gold zu gewinnen. Das Vorhaben hätte massive negative Auswirkungen auf die Umwelt, Sicherheit und Lebensweise der dort lebenden Menschen.
Die Führerinnen erklären, dass die indigenen Völker der Region von den Behörden zu dem Projekt weder konsultiert wurden noch ihre Zustimmung dafür gegeben haben, wie es das Übereinkommen 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) vorschreibt. Die Bergbaugenehmigung wurde zudem nicht wie üblich von der Bundesumweltbehörde IBAMA erteilt, sondern vom Umweltsekretariat des Bundesstaates Pará.
Das Gebiet am Xingu und die Menschen dort sind bereits massiv von dem Wasserkraftwerk Belo Monte (11.000 Megawatt) betroffen. Eine 100 Kilometer lange Flussschleife des Xingu ist weitgehend trockengefallen, weil das Wasser des Flusses über einen Kanal direkt zu den Turbinen des Kraftwerks geleitet wird. Der Fluss ist für die Einwohner für den Fischfang, als Transportader und spirituell lebenswichtig. Auch das Wasserkraftwerk wurden gegen deren Willen unter Anwendung von Gewalt gebaut.
Die Frauen des Protest-Camps beklagen zudem, dass die Indigenenschutzbehörde FUNAI in Altamira über keine lokale Leitung verfügt. Aus institutioneller Sicht sind die indigenen Völker dadurch noch weniger vor Bergbauunternehmen und anderen extraktiven Aktivitäten in der Region geschützt. Sie haben dazu eine Personalempfehlung gemacht, die jedoch bislang nicht berücksichtigt wurde.
Rettet den Regenwald e.V. unterstützt den Kampf der Menschen am Xingu gegen den Bergbau und für die Anerkennung ihrer Selbstbestimmung, ihr rechte auf Land und das Leben in einer gesunden Umwelt. Seit fünf Jahren unterstützt der Verein mit Spendengeldern die Arbeit unserer Partnerorganisation Xingu Vivo in Altamira.
Wir fordern die Indigenenschutzbehörde FUNAI, das Ministerium für indigene Völker und die brasilianische Regierung auf, unverzüglich den Forderungen der indigenen Frauen nachzukommen, die für ihre Rechte kämpfen.
Seit dem 23. Februar harren die indigenen Frauen fernab ihrer Dörfer in der Stadt Altamira unter gleißender Äquatorsonne und tropischen Regenfällen aus. Um das Camp aufrechtzuerhalten, benötigen sie dringend Unterstützung mit:
- Lebensmitteln
- Decken, Matten, Zelten
- Hygieneartikeln
- Gesundheitsversorgung
- Transport
Rettet den Regenwald e.V. unterstützt den Protest und das Camp der indigenen Frauen mit Spenden aus unserem Nothilfefonds. Bitte helfen auch Sie mit einer Spende.
Xingu Vivo, 9.3.2026. MULHERES INDÍGENAS VOLTAM A OCUPAR FUNAI CONTRA BELO SUN E DENUNCIAM VIOLAÇÕES: https://xinguvivo.org.br/2026/03/mulheres-indigenas-voltam-a-ocupar-funai-contra-belo-sun-e-denunciam-violacoes/
Sumaúma, 18.12.2024. ‘DIVIDE AND CONQUER’ – BELO SUN’S TACTICS CAUSE CONSTERNATION ALONG XINGU RIVER: https://insustentaveis.sumauma.com/en/divide-and-conquer-belo-suns-tactics-cause-consternation-along-xingu-river/#:~:text=This%20is%20the%20Brazilian%20headquarters,a%20war%20of%20unequal%20forces.
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