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Mensch mit Gasmaske und Plakat auf verbranntem Torf
Brennende Torfböden in Zentral-Kalimantan emittieren giftige Gase (© WALHI Kalimantan Tengah)
NASA Aufnahme der Brandherde im Süden von Papua
Im Süden von Papua wüten die Waldbrände in Konzessionen für Zuckerrohr, Reis und Palmöl (© Nasa - FIRMS)
Feuerwehrmann mit Schlauch
Die Feuer in den abgeholzten Regionen von West-Kalimantan sind kaum zu löschen (© WALHI Kalimantan Barat)

Wer steckt hinter den Waldbränden in Indonesien?

05.11.2026Indonesien: Eine Studie des Umweltverbandes WALHI belegt, dass die Waldbrände das Resultat systematischer Brandrodung sind, getarnt durch ein Netzwerk von Firmen vor Ort, intransparenten Konzernen, globalen Finanzströmen und indonesischer Oligarchie. Die Regierung soll Wiederholungstätern die Lizenz entziehen. Europäische Banken und Importeure müssen auf nachgewiesene Umweltzerstörung reagieren.


Warum brennen die Wälder und Böden Indonesiens in diesem Jahr so heftig? Liegt es an der Brandrodung für Agrarplantagen? An der Trockenzeit? Am El Niño? Sind die Palmölfirmen schuld oder die Regierung, die riesige Waldgebiete zur Abholzung freigibt? Versagt die internationale Umwelt- und Klimapolitik? Oder ist unser ungezügelter Konsum die Ursache für die Katastrophe? Alle Fragen können wir wohl mit JA oder teils-teils beantworten.

Den indonesischen Umweltverband WALHI interessiert darüber hinaus, wer wirklich verantwortlich ist. Nicht das Wetter, die Brandstifter am Boden, sondern die unsichtbar bleibenden Drahtzieher in den Chefetagen.

Dazu hat WALHI die Karten der Brandherde studiert und die Finanzströme verfolgt. Jetzt liegen die Ergebnisse der Recherchen vor. 

WHO ARE BEHIND THE FIRES?

Titelbild mit 6 Politikern und Konzernchefs
Prabowo Subianto mit Aburizal Bakrie, Iwan Bomba, Edhy Prabowo, Widjono Hardianto, Benny Pangbin (© WALHI)

ACTOR MAPPING ANALYSIS

Tracing the Capital, Power, and Business Group Affiliations Behind the Companies with the Highest Indications of Forest and Land Fires

48 Seiten, Englisch

In der Studie wird dargelegt: die Wald- und Flächenbrände sind das Resultat systematischer Brandrodung durch eng vernetzte Firmen, transnationale Investoren und politische Eliten.

Die Studie richtet sich an die indonesische und internationale Politik, an Händler, Zwischenhändler, Investoren und Banken weltweit – mit Implikationen für den europäischen Markt.

Die wichtigsten Punkte der Studie:

Geodaten der Brandherde Die Hälfte aller Feuer bricht innerhalb von Agrar-, Palmöl- und Holzkonzessionen von mit großen Konzernen verbundenen Firmen aus.

Globale Verflechtungen der Konzerne Ein Großteil der untersuchten Firmen hat Verbindungen zu Finanz- und Agrargruppen in Singapur (Wilmar International, First Resources) und Malaysia (Sime Darby, Genting). Viele Konzerne nutzen Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen, um die wahren Eigentümer zu verschleiern und sich der rechtlichen Verantwortung zu entziehen. Wirtschaftliche Vorteile, Entscheidungsfindung und Unternehmenskontrolle liegen oft auf der Ebene des übergeordneten Konzerns.

Risiko der Rechenschaftspflicht Der Ansatz, nur eine einzelne Firma zu untersuchen, ist mit dem Risiko behaftet, die Hauptakteure hinter der Kontrolle und Nutzung von Land zu übersehen.

NASA Aufnahme der Brandherde im Süden von Papua
Im Süden von Papua wüten die Waldbrände in Konzessionen für Zuckerrohr, Reis und Palmöl (© Nasa - FIRMS)

Brennpunkt Papua Die heftigen Brände in Papua sind Folge der Abholzung für riesige Agrar-Monokulturen. Die Brände wüten in den Konzessionen der Giganten First Resources, Wilmar und in den staatlichen Reisplantagen.

Indonesische Oligarchen Persönlichkeiten aus dem direkten politischen oder wirtschaftlichen Umfeld von Präsident Prabowo Subianto profitieren von den großflächigen Landumwandlungen und den damit einhergehenden Feuern.

Forderungen an die indonesische Regierung  >  Entzug der Genehmigungen für Firmen, in deren Konzessionen wiederholt Feuer ausbrechen.  > Transparenz über die Beneficial Owners im Ausland und das Einfrieren von Geldern der Mutterkonzerne zur Renaturierung der Ökosysteme. > Stopp der Agrarprojekte in Süd-Papua.

Verbindungen zu Europa

Finanzierte Zerstörung der Natur

Große Agrarkonzerne wie Wilmar International, Sinar Mas/APP, First Resources und Musim Mas, in deren Konzessionen die meisten Feuer registriert wurden, erhalten internationale, auch europäische Kredite. Banken, so die Studie, tragen das Risiko finanzierter Umweltzerstörung und von Klimarisiken in ihren Portfolios und dürfen sich nicht hinter den komplexen Firmenstrukturen in Steuerparadiesen verstecken.

Rechenschaftspflicht von Importeuren und Banken

Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) verbietet den Import von Rohstoffen, die auf nach 2020 entwaldeten Flächen produziert wurden. Die Satelliten-Daten-Overlays von WALHI können als Beweismaterial dienen. Europäische Finanzinstitute (Banken, Fondsmanager, Versicherer) können solche Berichte nicht mehr als bloße Reputationsrisiken abtun. Sie sind verpflichtet, auf nachgewiesene Umweltzerstörungen und Menschenrechtsverletzungen zu reagieren.

Konsum feuert Brandrodung an

WALHI fordert Einkäufer, Konsumenten und Händler dazu auf, die Herkunft ihrer Produkte zu hinterfragen, da globaler Konsum, europäische Unternehmen und Importeure den wirtschaftlichen Druck zur Brandrodung aufrechterhalten.

Feuerwehrmann mit Schlauch
Die Feuer in den abgeholzten Regionen von West-Kalimantan sind kaum zu löschen (© WALHI Kalimantan Barat)
Rauch aus Waldbrand

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