Spanien: Schafft endlich ein Gesetz zum Schutz der Menschenaffen!

Orang-Utan guckt aus Käfig heraus Kein angemessener Ort für unsere nächsten Verwandten im Tierreich: Ein junger Orang-Utan hinter Gittern (© Jay Ullal) Gorilla-Mutter schmust mit Baby Die bedrohten Berggorillas leben nur noch in der Demokratischen Republik Kongo, Ruanda und Uganda (© CC BY-SA 2.0) Bonobo Der Bonobo ist der kleinere Verwandte des Schimpansen und lebt ausschließlich in mittleren und südlichen Regionen der Demokratischen Republik Kongo (© Guenter Guni/iStock) Junger Schimpanse Verspielt wie Menschenkinder: Schimpansen und Menschen haben bis zu 99 Prozent dieselben Gene (© Sonja Metzger/ WCF)

Die spanische Regierung hat sich verpflichtet, im Rahmen ihres Tierschutzgesetzes ein Gesetz zum Schutz von Bonobos, Orang-Utans, Schimpansen und Gorillas zu erlassen. Sie hat dies noch nicht getan, und die Uhr tickt gegen unsere gefährdeten nahen Verwandten im Tierreich. Unterzeichnen Sie die Petition für die Menschenaffen.

Appell

An: Ministerium für soziale Rechte, Verbraucherfragen und Agenda; Generaldirektion für Tierrechte

„Ein Gesetz zum Schutz der Menschenaffen ist dringend erforderlich, um ihnen besonderen Schutz zu gewähren und Praktiken abzuschaffen, die ihr Leben bedrohen.“

Ganzes Anschreiben lesen

Das spanische Tierschutzgesetz, das 2023 im Kongress und im Senat verabschiedet wurde, ist ein wichtiger Meilenstein für die Verteidigung der Tierrechte.

Es wurde dabei eindeutig festgestellt, dass die Regierung verpflichtet ist, Rechtsvorschriften zum Schutz der großen Menschenaffen zu erlassen: Bonobos, Orang-Utans, Schimpansen und Gorillas. Der derzeitige Standard für die Haltung in Gefangenschaft ist weder angemessen noch ausreichend.

Menschenaffen sind keine bloßen Attraktionen oder Objekte für Geschäfte oder Laborexperimente, und sie sollten auch nicht in Gefangenschaft, z. B. in Zoos, gehalten werden.

Das Jane-Goodall-Institut schätzt, dass in Spanien etwa 140 Menschenaffen in Gefangenschaft leben, nicht immer unter guten Bedingungen.

Menschenaffen in freier Wildbahn

Menschenaffen leiden unter illegalem Artenhandel, der Abholzung ihrer Lebensräume und den Auswirkungen menschlicher Aktivitäten wie Bergbau, Ölförderung und intensiver Landwirtschaft. Solange wir sie nicht schützen, verlieren wir mit ihnen auch die biologische Vielfalt, die das Gleichgewicht der Ökosysteme gewährleistet.

Spanien kann eine Botschaft an die Welt senden

Für die vom Aussterben bedrohten Menschenaffen ist ein Gesetz überlebenswichtig. Damit wird Spanien sein Engagement für internationale Erhaltungs- und Schutzprogramme verstärken und eine klare Botschaft an die Welt senden: Menschenaffen gehören in die Natur, denn auch für die Bewahrung der Regenwälder sind sie unverzichtbar. Für diejenigen, die nicht in Freiheit leben können, ist ein Gesetz dringend erforderlich.

Wir unterstützen die Initiative der spanischen Organisation Proyecto Gran Simio aus aktuellem Anlass, da ein Gesetz zum Schutz der Menschenaffen nicht weiter verzögert werden darf. Bitte unterschreiben Sie unsere Petition an die Regierung Spaniens.

Hinter­gründe

Die großen Menschenaffen

So werden Bonobos, Orang-Utans, Schimpansen und Gorillas bezeichnet. Sie gehören zur Familie der Hominiden, wie die Menschen. Dies ist seit 1997 von der Konferenz der Vertragsparteien des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen anerkannt und wird von der gesamten wissenschaftlichen Gemeinschaft akzeptiert.

Familie der Menschenaffen und Arten

Sie sindempfindungsfähige Individuen mit Persönlichkeitsmerkmalen, wie sie auch die menschliche Spezies besitzt, und mit körperlichen, emotionalen und sozialen Bedürfnissen. Sie verfügen über außergewöhnliche kognitive Fähigkeiten wie Lernen, Kommunikation oder komplexes Denken.

Menschenaffen und das Gesetz

Mit ihrem Tierschutzgesetz erkennt die spanische Regierung an, dass Tiere fühlende Wesen sind.

Dies steht im Einklang mit der europäischen Gesetzgebung. Im Vertrag über die Arbeitsweise der EU heißt es in Artikel 13:

Bei der Festlegung und Durchführung der Politik der Union in den Bereichen Landwirtschaft, Fischerei, Verkehr, Binnenmarkt, Forschung, technologische Entwicklung und Raumfahrt tragen die Union und die Mitgliedstaaten den Erfordernissen des Wohlergehens der Tiere als fühlende Wesen in vollem Umfang Rechnung; sie berücksichtigen hierbei die Rechts- und Verwaltungsvorschriften und die Gepflogenheiten der Mitgliedstaaten insbesondere in Bezug auf religiöse Riten, kulturelle Traditionen und das regionale Erbe".

Zuvor, am 25. Juni 2008, stimmte der Umweltausschuss des spanischen Abgeordnetenkongresses zu, die Proposición no de Ley über das Great Ape Project (Expte. No. 161/99) zu genehmigen.

Außerdem wird damit ein Präzedenzfall für andere Länder geschaffen. Die Anerkennung der Rechte der Menschenaffen zwingt uns dazu, über unsere Beziehung zur Natur nachzudenken und darüber, wie wir angesichts der globalen Umweltkrise auf ethische und nachhaltige Weise mit anderen Arten zusammenleben können.

Es gibt keine Entschuldigung für die weitere Verzögerung eines Gesetzes zum Schutz der Menschenaffen, das keine politische Spaltung verursacht [...]. Es schadet weder der Linken noch der Rechten; im Gegenteil, es vereint alle Menschen, die verstehen, wie wichtig der Schutz außergewöhnlicher Lebewesen ist.“

Pedro Pozas Terrados, Exekutivdirektor des Great Ape Project

Das Proyecto Gran Simio ist federführend bei dieser Initiative, die auch von der spanischen Gesellschaft unterstützt wird und das Interesse von Wissenschaftlern, Umwelt- und Tierschützern findet.

An­schreiben

An: Ministerium für soziale Rechte, Verbraucherfragen und Agenda; Generaldirektion für Tierrechte

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Spanien sieht das Tierschutzgesetz-Gesetz 7/2023 vom 28. März vor, dass „die Regierung drei Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes, d.h. ab dem 29. Dezember 2023, einen Gesetzentwurf zum Schutz der Menschenaffen vorlegen muss" (laut 4. Zusatzbestimmung). Die Verzögerung beträgt nun mehr als ein Jahr und wächst weiter.

Wie Sie in der Begründung der öffentlichen Anhörung vor der Ausarbeitung des Gesetzentwurfs zu den Menschenaffen erklären, „ist ein besonderer Schutz für diese Gruppe von Primaten notwendig [...], um Praktiken zu beseitigen, die das Leben, die körperliche Unversehrtheit, die Würde und das Überleben der Menschenaffen bedrohen". [https://www.dsca.gob.es/sites/default/files/consultapub/CPP-Ley-Grandes-Simios.pdf].

Das Great Ape Law wird Mindeststandards für das Wohlergehen von Menschenaffen festlegen, die seit Jahrzehnten in Zoos und anderen Einrichtungen ausgebeutet werden. Es wird ein wichtiges Instrument sein, um sicherzustellen, dass sie nie wieder als Unterhaltungsobjekte oder als bloße wirtschaftliche Ressourcen für den Menschen behandelt werden. Es sollte Folgendes beinhalten:

* Die Beendigung von Programmen zur Haltung von Menschenaffen in Gefangenschaft, da es keine unabhängige wissenschaftliche Unterstützung dafür gibt und sie nur dazu dienen, die Tierbestände zu vergrößern und diejenigen zu ersetzen, die sterben.

* Ein Ende der Transfers zwischen Zoos, die die Familienverbände von Menschenaffen zerreißen.

* Verbot der Verwendung in Zirkusvorstellungen, Werbung, Fernsehen, Film usw.

* Verbot von Experimenten jeglicher Art.

* Ein Ende der Zucht in Gefangenschaft.

* Strenge Protokolle bei Überschwemmungen und Bränden.

* Wenn die Tiere schon in Gefangenschaft leben müssen, sollten strenge Haltungsbedingungen gelten. Sie müssen in einer für ihre   Entwicklung optimalen Umgebung leben.

* Die Einreise nach Spanien ist für alle Menschenaffen nur dann erlaubt, wenn das Ziel ein Rettungszentrum ist.

* Spanien muss die Verpflichtungen, die es mit globalen Organisationen wie UNEP, GRAPS und anderen vereinbart hat, in das eigene Rechtssystem aufnehmen und sein Engagement für den Schutz der Menschenaffen in internationalen Foren fortsetzen.

Wir können nicht weiterhin diejenigen grenzenlos ausbeuten, die den evolutionären Weg mit uns teilen. Dieses Gesetz schadet niemandem, sondern nützt allen. Jeder Tag, der vergeht, ohne dass dieses Gesetz verabschiedet wird, ist ein weiterer Tag, an dem diese außergewöhnlichen Wesen unnötig leiden und ungeschützt und verletzlich bleiben, was ihren Untergang beschleunigt.

Menschenaffen verdienen es, in Würde zu leben, daher ist ein Gesetz zum Schutz von Menschenaffen nicht nur eine Verordnung, sondern eine Grundsatzerklärung, und es ist dringend notwendig. Vielen Dank, dass Sie es so schnell wie möglich in Kraft setzen.

Mit freundlichen Grüßen,

5-Minuten-Info zum Thema: Biodiversität

Die Ausgangslage: Warum ist Biodiversität so wichtig?

 

Biodiversität oder Biologische Vielfalt umfasst drei Bereiche, die sehr eng miteinander verbunden sind: die Artenvielfalt, die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt der Ökosysteme wie z.B. Wälder oder Meere. Jede Art ist Teil eines hoch komplexen Beziehungsgeflechts. Stirbt eine Art aus, wirkt sich das auf viele andere Arten und ganze Ökosysteme aus.

Weltweit sind derzeit fast 2 Millionen Arten beschrieben, Experten schätzen die Anzahl weitaus höher. Tropische Regenwälder und Korallenriffe gehören zu den artenreichsten und am komplexesten organisierten Ökosystemen dieser Erde. Rund die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten lebt in den Tropenwäldern.

Die biologische Vielfalt ist für sich alleine schützenswert und gleichzeitig unsere Lebensgrundlage. Wir nutzen täglich Nahrungsmittel, Trinkwasser, Medizin, Energie, Kleidung oder Baumaterialien. Intakte Ökosysteme sichern die Bestäubung von Pflanzen und die Bodenfruchtbarkeit, schützen uns vor Umweltkatastrophen wie Hochwasser oder Erdrutschen, reinigen Wasser und Luft und speichern das klimaschädliche CO2.

Die Natur ist auch die Heimat und zugleich ein spiritueller Ort vieler indigener Völker. Sie sind die besten Regenwaldschützer, denn besonders intakte Ökosysteme findet man in den Lebensräumen von indigenen Gemeinschaften.

Der Zusammenhang zwischen dem Verlust von Natur und der Ausbreitung von Pandemien ist nicht erst seit Corona bekannt. Eine intakte und vielfältige Natur schützt uns vor Krankheiten und weiteren Pandemien.

Die Auswirkungen: Artenschwund, Hunger und Klimakrise

 

Der Zustand der Natur hat sich weltweit dramatisch verschlechtert. Rund 1 Million Tier- und Pflanzenarten sind in den nächsten Jahrzehnten vom Aussterben bedroht. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN sind derzeit 37.400 Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht - ein trauriger Rekord! Experten sprechen von einem sechsten Massenaussterben in der Geschichte der Erde - das Tempo des globalen Artensterbens ist durch den Einfluss des Menschen um Hunderte mal höher als in den letzten 10 Mio. Jahren.

Auch zahlreiche Ökosysteme weltweit - 75 % Landfläche und 66 % Meeresfläche - sind gefährdet. Nur 3% sind ökologisch intakt – z.B. Teile des Amazonas und des Kongobeckens. Besonders betroffen sind artenreiche Ökosysteme wie Regenwälder und Korallenriffe. Rund 50% aller Regenwälder wurden in den letzten 30 Jahren zerstört. Das Korallensterben nimmt durch den globalen Temperaturanstieg immer weiter zu.

Hauptursachen für den massiven Rückgang der Biodiversität sind die Zerstörung von Lebensraum, intensive Landwirtschaft, Überfischung, Wilderei und Klimaerwärmung. Rund 500 Milliarden US-Dollar jährlich werden weltweit in die Zerstörung der Natur investiert - in Massentierhaltung, Subventionen für Erdöl und Kohle, Entwaldung und Flächenversiegelung.

Der Verlust an Biodiversität hat weitreichende soziale und ökonomische Folgen, die Ausbeutung der Ressourcen geht zu Lasten von Milliarden Menschen im globalen Süden. Die UN kann die 17 Ziele zur nachhaltigen Entwicklung z.B. die Bekämpfung von Hunger und Armut nur erreichen, wenn die Biodiversität weltweit erhalten und für die nächsten Generationen nachhaltig genutzt wird.

Ohne den Erhalt der Biodiversität ist auch der Klimaschutz bedroht. Die Zerstörung von Wäldern und Mooren – als wichtige CO2-Senken - heizt den Klimawandel weiter an.

Die Lösung: Weniger ist mehr!

 

Die natürlichen Ressourcen der Erde stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Knapp zwei Erden verbrauchen wir Menschen, bei derzeitigem Ressourcenverbrauch werden es 2050 mindestens drei sein. Um für den Erhalt der biologischen Vielfalt als unserer Lebensgrundlage zu kämpfen, müssen wir den Druck auf die Politik weiter erhöhen.
Und auch in unserem Alltag lässt sich viel bewegen.

Mit diesen Alltags-Tipps schützt man auch die biologische Vielfalt:

  1. Öfter mal pflanzlich: Mehr buntes Gemüse und Tofu auf den Teller oder am besten gar kein Fleisch! Rund 80% der Agrarflächen weltweit werden zur Tierhaltung und zum Anbau von Tierfutter genutzt.
  2. Regional und Bio: Ökologisch erzeugte Lebensmittel verzichten auf den Anbau von riesigen Monokulturen und den Einsatz von Pestiziden. Der Kauf von regionalen Produkten spart zudem Unmengen an Energie!
  3. Bewusst leben: Brauche ich schon wieder neue Klamotten oder ein Handy? Oder kann ich Alltagsdinge auch gebraucht kaufen? Es gibt gute Alternativen zu Produkten mit Palmöl oder Tropenhölzern! Tropische Haustiere wie z.B. Papageien oder Reptilien sind tabu! Berechne jetzt deinen ökologischen Fußabdruck.
  4. Werde Bienenfreund:in: Auf dem Balkon oder im Garten freuen sich Bienen und andere Insekten über vielfältige, leckere Pflanzen. Aber auch ohne eigenes Grün kann man in einem Naturschutzprojekt in der Region aktiv werden.
  5. Protest unterstützen: Demonstrationen oder Petitionen gegen die Klimaerwärmung oder für eine Agrarwende üben Druck auf Politiker:innen aus, die auch für den Schutz der biologischen Vielfalt verantwortlich sind.

Lesen Sie hier, warum so viele Arten aussterben, bevor sie überhaupt entdeckt werden.

Fußnoten

empfindungsfähige IndividuenMenschenaffen teilen die fünfzehn Attribute, die der Bioethiker Joseph Fletcher einst zur Definition der menschlichen Persönlichkeit aufgestellt hat: minimale Intelligenz, Selbstbewusstsein, Selbstkontrolle, Zeitgefühl, Zukunftsgefühl, Vergangenheitsgefühl, Fähigkeit, mit anderen in Beziehung zu treten, Sorge und Fürsorge für andere Individuen, Kommunikation, Kontrolle der Existenz, Neugier, Veränderung und Veränderungsfähigkeit, Gleichgewicht von Vernunft und Gefühl, Eigenart und Neokortex Aktivität.


TierschutzgesetzGesetz 7/2023 vom 28. März o Gesetz über den Schutz der Rechte und das Wohlergehen von Tieren https://www.boe.es/buscar/doc.php?id=BOE-A-2023-7936

Diese Petition ist in folgenden Sprachen verfügbar:

20.892 Teilnehmer

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