Die Zeit läuft ab für Nigerias Wälder. Exportverbot durchsetzen – jetzt!
Gorillas, Schimpansen und Elefanten – Nigerias Dschungel beherbergt faszinierende Tierarten. Doch die Wälder werden in erschreckendem Tempo zerstört. Präsident Bola Tinubu hat jetzt den Export von Holz und Holzprodukten verboten. Ein politischer Meilenstein! Damit das Verbot wirkt, muss es konsequent durchgesetzt werden.
An: Präsident von Nigeria, Gouverneure der Bundesstaaten, Vollzugsbehörden
„Nigerias Wälder brauchen mehr als Schutz auf dem Papier. Setzen Sie das Exportverbot jetzt durch.“Die Holzfäller sind furchtlos. Am helllichten Tag laden sie illegal geschlagene Baumstämme auf Lastwagen. Wer durch den Bundesstaat Cross River fährt, kann den Raubbau mit eigenen Augen sehen. Bislang haben Politiker die Krise heruntergespielt. Damit soll nun Schluss sein.
Präsident Bola Tinubu hat ein landesweites Exportverbot für Holz und Holzprodukte erlassen. Ein längst überfälliger Schritt – und ein politischer Meilenstein.
Das Exportverbot ist die Anerkennung der bitteren Wahrheit, dass illegaler Holzeinschlag eine nationale Krise darstellt.
sagt Prince Odey Oyama, Geschäftsführer des Rainforest Resource and Development Centre (RRDC). „Doch entscheidend ist nicht das Dekret, sondern seine Umsetzung.“
Alle bisherigen Lizenzen und Genehmigungen für Holzeinschlag und -export wurden für ungültig erklärt. Das Umweltministerium betont: Das Verbot soll Wälder und Biodiversität bewahren, den Klimaschutz stärken und Gemeinden unterstützen, die vom Wald leben.
Doch die Gefahr ist weiter akut: Bleiben die Wälder ungeschützt, während nur die Exportwege blockiert werden, findet das illegale Holz einfach neue Abnehmer im Inland.
„Die Durchsetzung muss umfassend sein“, sagt Oyama. Dazu gehören Kontrollen, Strafverfolgung und das Engagement der Bevölkerung. Waldbeobachter, Dorfgemeinschaften, Umweltaktivistinnen: die Menschen vor Ort spielen eine Schlüsselrolle.
Die Einheimischen sind Teil der Lösung, keine Bedrohung für den Wald.
Und genau daher werden sie oft eingeschüchtert, bedroht oder verhaftet. Werden sie gestärkt und geschützt, können sie den Wald wirksamer verteidigen als jede ferne Behörde.
Nigerias Wälder lassen sich nicht per Unterschrift unter eine Verordnung retten. Es braucht Durchsetzungswillen, Transparenz und und die Partnerschaften mit den Gemeinden.
Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition!
Über den massiven Holzeinschlag im Bundesstaat Cross River und die tragende Rolle von Indigenen und traditionellen Gemeinschaften bei der Wahrung der Natur haben wir im Februar 2025 ein Interview mit dem bekannten Umweltschützer Odigha Odigha geführt.
Sie können das Gespräch im Regenwald Report „Uraltes Wissen für die Zukunft der Erde" lesen.
Zudem können Sie hier drei kurze Videos mit Einschätzungen von Odigha Odigha anschauen. Die Videos mit ihm sind in der zweiten Hälfte des Artikels verlinkt.
Nigeria hat seine Wälder weitgehend verloren. Die große Ausnahme ist der Bundesstaat Cross River im Südosten des Landes.
Der Artenreichtum ist dort so groß, dass der Cross River Nationalpark, angrenzende Schutzgebiete und Flächen im benachbarten Kamerun als Biosphärenkorridor Kandidaten für den Status als grenzüberschreitendes Unesco-Welterbe sind.
Die Vielfalt der Region reicht dabei von den Mangroven der Atlantikküste über Tieflandregenwald bis zu Savannen und Gebirgswäldern in 1.700 Metern Höhe über dem Meeresspiegel.
Cross-River-Gorillas (Gorilla gorilla diehli), Schimpansen (Pan troglodytes), Drills (Mandrillus leucophaeus) und 15 weitere Primatenarten finden hier geeignete Lebensräume. Neben Säugetieren wie Waldelefanten (Loxodonta cyclotis) wurden im Nationalpark 349 Vogelarten, 49 Fischarten und etwa 950 Schmetterlingsarten erfasst. Zudem mehr als 1.500 Arten von Gefäßpflanzen.
Alle oben namentlich genannten Spezies und viele mehr stehen auf der Roten Liste bedrohter Arten.
Holzfäller und Goldsucher tragen neben Plantagenfirmen die größte Verantwortung für die Waldvernichtung. Oft sind Politiker und Beamte in illegale Praktiken verstrickt oder decken sie.
Einen „Superhighway“ durch den Regenwald haben Umweltschützer – darunter Partnerorganisationen von Rettet den Regenwald – verhindert. Dazu hat unsere Petition „Den Highway stoppen, Nigerias letzte Regenwälder retten!“ mit 461.097 Unterschriften beigetragen.
An: Präsident von Nigeria, Gouverneure der Bundesstaaten, Vollzugsbehörden
Sehr geehrter Herr Präsident Tinubu,
sehr geehrte Gouverneure der Bundesstaaten,
sehr geehrte Damen und Herren,
Nigerias Wälder stehen unter massivem Druck. Illegaler Holzeinschlag, Holzschmuggel und Korruption zerstören Ökosysteme, gefährden die Lebensgrundlagen vieler Gemeinden und beschleunigen die Klimakrise.
Wir begrüßen daher ausdrücklich die Presidential Executive Order, die den Export von Holz und Holzprodukten verbietet. Sie ist eine notwendige und längst überfällige Antwort auf jahrelange Umweltzerstörung.
Doch ein Verbot auf dem Papier schützt die Wälder nur, wenn es konsequent durchgesetzt wird – vor allem auf Ebene der Bundesstaaten und Kommunen, wo täglich illegal Holz eingeschlagen wird.
Ohne entschlossenes Handeln werden illegale Akteure das Holz einfach auf den heimischen Markt umleiten, es über Sägewerke „waschen” und weiterhin ungestraft Wälder zerstören. Gleichzeitig sind Waldschützerinnen, Gemeindevertreter und Umweltbeobachter weiterhin Einschüchterungen, Schikanen und Kriminalisierung ausgesetzt.
Jetzt ist ein entscheidender Moment. Die Executive Order muss zu messbaren Ergebnissen führen.
Wir fordern die Bundesregierung Nigerias, die Regierungen der Bundesstaaten, die Kommunalverwaltungen und die zuständigen Behörden auf:
1. Setzen Sie das Exportverbot unverzüglich durch.
– Stoppen Sie alle Holzausfuhren an Häfen, Grenzen und Transitrouten.
– Widerrufen Sie alle Genehmigungen, die der Executive Order widersprechen.
2. Stellen Sie die Umsetzung auf Ebene der Bundesstaaten sicher.
– Verpflichten Sie alle Bundesstaaten, ihre Forstpolitik an das Bundesverbot anzupassen.
– Veröffentlichen Sie klare Zuständigkeiten und Durchsetzungspläne.
3. Stoppen Sie illegalen Holzhandel im Inland.
– Verstärken Sie Kontrollen zwischen den Bundesstaaten.
– Schließen Sie Sägewerke und Lager, die illegal geschlagenes Holz verarbeiten.
4. Ziehen Sie Verantwortliche zur Rechenschaft.
– Leiten Sie strafrechtliche Ermittlung gegen Unternehmen, Händler, Transportunternehmen und beteiligte Beamte ein.
– Informieren Sie die Öffentlichkeit transparent über Maßnahmen und Ergebnisse.
5. Schützen Sie Waldschützer und Gemeinden.
– Beenden Sie die Kriminalisierung von Umweltschützern.
– Richten Sie Schutzmechanismen für gemeindebasierte Waldbeobachter und Whistleblower ein.
6. Erkennen Sie Waldschutz, der von Gemeinden geleitet wird, an.
– Erkennen Sie lokale Waldüberwachungsinitiativen formal an und unterstützen Sie sie.
– Stellen Sie rechtliche Unterstützung, Schulungen und Sicherheitsgarantien bereit.
7. Gewährleisten Sie Transparenz.
– Veröffentlichen Sie regelmäßig Daten zu Beschlagnahmungen, zur Strafverfolgung und zur Einhaltung des Verbots.
Der Schutz der Wälder Nigerias erfordert mehr als Ankündigungen – er erfordert politischen Willen, Durchsetzungskraft und den Schutz jener Menschen, die den Wald täglich verteidigen.
Mit freundlichen Grüßen
Die Verordnung des Präsidenten wurde im Amtsblatt der Bundesrepublik Nigeria Nr. 180, Band 112 (16. Oktober 2025) veröffentlicht. Sie wurde vom Umweltminister Balarabe Lawal auf der 18. Sitzung des Nationalen Umweltrats am 17. Dezember 2025 im Bundesstaat Katsina bekannt gegeben.
Die Petition wurde von Rettet den Regenwald (Deutschland) und dem Rainforest Resource and Development Centre RRDC (Nigeria) ausgearbeitet.
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