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Waage mit Gold und Regenwald
In Ecuador werden Organisationen und Personen, die sich für den Schutz der Umwelt einsetzen und Bergbau ablehnen, kriminalisiert (© Mirela Hadzic)

Ecuador: Umweltschutz ist kein Verbrechen

Der ecuadorianische Staat geht äußerst aggressiv gegen indigene Vereinigungen, Organisationen und Personen vor, die die Umwelt und die Menschenrechte schützen: Ihre Bankkonten werden gesperrt und sie werden strafrechtlich verfolgt mit dem offensichtlichen Ziel, sie zu verleumden, auszuschalten und wirtschaftlich in den Ruin zu treiben.

Unsere Forderung

An: An den ecuadorianischen Staat und seine Behörden, die Regierung von Ecuador, Präsident Daniel Noboa

„Die Umwelt und die Menschenrechte zu schützen, ist kein Verbrechen.“

Ganzes Anschreiben lesen

Die ecuadorianischen Behörden sperren seit Monaten die Bankkonten von Organisationen und Einzelpersonen, ohne dafür konkrete Beweise vorzulegen oder das Recht auf Verteidigung zu gewähren. Sie verweisen auf angeblich vorliegende „Geheimdienstberichte“ und Behauptungen wie „unrechtmäßiger privater Bereicherung“ , „der Unterstützung von illegalem Bergbau“ oder vermeintlichem „Staatsterrorismus“.

Für die Betroffenen hat das gravierende Konsequenzen. Sie können keine Gehälter auszahlen, müssen laufende Projekte und Aktivitäten unterbrechen, können Lebensmittelrechnungen oder Arztbesuche nicht begleichen. Vielen drohen auch strafrechtliche Prozesse und Gefängnis.

Menschenrechtsanwälte bezeichneten das Vorgehen als klare politische Verfolgung und bemängeln die fehlende Transparenz. Das Verfahren entspricht nicht den Gesetzen und vorgeschriebenen Verfahrensweisen.

Für die Sperrung von Geldern müssen objektive und überprüfbare Informationen vorliegen, die auf verdächtige Transaktionen hindeuten. Zudem können nur einzelne Beträge blockiert werden, nicht ganze Bankkonten. Weiterhin gilt eine Frist von maximal acht Tagen, innerhalb der ein Richter die Maßnahme bestätigen, ändern oder aufheben muss.

Hinter der staatlich organisierten Verfolgung steht die Politik der Regierung von Präsident Daniel Noboa. Um die Kassen von Staat und Wirtschaft zu füllen, sollen die Ressourcen des Landes ausgebeutet werden.

Im Oktober 2025 erließ die Regierung eine Verordnung, die es Umweltorganisationen untersagt, „sich direkt oder indirekt an Aktivitäten zu beteiligen, die darauf abzielen, rechtmäßig genehmigte Bergbauprojekte zu behindern oder zu stören“.

Jede Person, die sich in Ecuador gegen Bergbau, Erdölförderung oder die Plünderung der Natur ausspricht, ist damit von Verfolgung bedroht.

Bitte unterschreiben Sie die Petition:

Start der Petition: 17.04.2026

Hinter­gründe

Weitere Informationen:

An­schreiben

An: An den ecuadorianischen Staat und seine Behörden, die Regierung von Ecuador, Präsident Daniel Noboa

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieser Petition – Bürgerinnen und Bürger aus aller Welt, die sich für die Verteidigung der Menschenrechte, der Demokratie und der Natur einsetzen – bringen hiermit unsere Besorgnis zum Ausdruck über die Verfolgung, Kriminalisierung, Stigmatisierung und Schikanierung sozialer Organisationen sowie von Personen, die sich für die Menschenrechte und den Schutz der Umwelt in Ecuador einsetzen.

Wir fordern den ecuadorianischen Staat auf: Stellen Sie unverzüglich alle Maßnahmen ein, die darauf abzielen, diejenigen einzuschüchtern, zu schwächen oder zu bestrafen, die rechtmäßig für die Einhaltung der Gesetze, den Schutz von Territorien und der Natur eintreten.

Die Situation in Ecuador ist umso gravierender, weil der Staat gleichzeitig den souveränen Willen missachtet, den das ecuadorianische Volk in der Volksbefragung zum Yasuní zum Ausdruck gebracht hat. Es werden nicht nur diejenigen verfolgt, die sich für Rechte und die Natur einsetzen, sondern es wird auch eine demokratische Entscheidung ignoriert, die respektiert und umgesetzt werden muss.

Der ecuadorianische Staat muss die gesellschaftliche Teilhabe, den friedlichen Protest und die Arbeit von Organisationen und Menschenrechtsverteidigern gewährleisten und dabei den Rechtsstaat, die Gerechtigkeit und die verfassungsmäßige Ordnung strikt achten.

Beenden Sie die Verfolgungen, beachten Sie den Volkswillen zum Yasuní und halten Sie die Verfassung ein, denn es sind unerlässliche demokratische und rechtliche Verpflichtungen.

Mit freundlichem Gruß

5-Minuten-Info zum Thema: Biodiversität

Die Ausgangslage: Warum ist Biodiversität so wichtig?

 

Biodiversität oder Biologische Vielfalt umfasst drei Bereiche, die sehr eng miteinander verbunden sind: die Artenvielfalt, die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt der Ökosysteme wie z.B. Wälder oder Meere. Jede Art ist Teil eines hoch komplexen Beziehungsgeflechts. Stirbt eine Art aus, wirkt sich das auf viele andere Arten und ganze Ökosysteme aus.

Weltweit sind derzeit fast 2 Millionen Arten beschrieben, Experten schätzen die Anzahl weitaus höher. Tropische Regenwälder und Korallenriffe gehören zu den artenreichsten und am komplexesten organisierten Ökosystemen dieser Erde. Rund die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten lebt in den Tropenwäldern.

Die biologische Vielfalt ist für sich alleine schützenswert und gleichzeitig unsere Lebensgrundlage. Wir nutzen täglich Nahrungsmittel, Trinkwasser, Medizin, Energie, Kleidung oder Baumaterialien. Intakte Ökosysteme sichern die Bestäubung von Pflanzen und die Bodenfruchtbarkeit, schützen uns vor Umweltkatastrophen wie Hochwasser oder Erdrutschen, reinigen Wasser und Luft und speichern das klimaschädliche CO2.

Die Natur ist auch die Heimat und zugleich ein spiritueller Ort vieler indigener Völker. Sie sind die besten Regenwaldschützer, denn besonders intakte Ökosysteme findet man in den Lebensräumen von indigenen Gemeinschaften.

Der Zusammenhang zwischen dem Verlust von Natur und der Ausbreitung von Pandemien ist nicht erst seit Corona bekannt. Eine intakte und vielfältige Natur schützt uns vor Krankheiten und weiteren Pandemien.

Die Auswirkungen: Artenschwund, Hunger und Klimakrise

 

Der Zustand der Natur hat sich weltweit dramatisch verschlechtert. Rund 1 Million Tier- und Pflanzenarten sind in den nächsten Jahrzehnten vom Aussterben bedroht. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN sind derzeit 37.400 Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht - ein trauriger Rekord! Experten sprechen von einem sechsten Massenaussterben in der Geschichte der Erde - das Tempo des globalen Artensterbens ist durch den Einfluss des Menschen um Hunderte mal höher als in den letzten 10 Mio. Jahren.

Auch zahlreiche Ökosysteme weltweit - 75 % Landfläche und 66 % Meeresfläche - sind gefährdet. Nur 3% sind ökologisch intakt – z.B. Teile des Amazonas und des Kongobeckens. Besonders betroffen sind artenreiche Ökosysteme wie Regenwälder und Korallenriffe. Rund 50% aller Regenwälder wurden in den letzten 30 Jahren zerstört. Das Korallensterben nimmt durch den globalen Temperaturanstieg immer weiter zu.

Hauptursachen für den massiven Rückgang der Biodiversität sind die Zerstörung von Lebensraum, intensive Landwirtschaft, Überfischung, Wilderei und Klimaerwärmung. Rund 500 Milliarden US-Dollar jährlich werden weltweit in die Zerstörung der Natur investiert - in Massentierhaltung, Subventionen für Erdöl und Kohle, Entwaldung und Flächenversiegelung.

Der Verlust an Biodiversität hat weitreichende soziale und ökonomische Folgen, die Ausbeutung der Ressourcen geht zu Lasten von Milliarden Menschen im globalen Süden. Die UN kann die 17 Ziele zur nachhaltigen Entwicklung z.B. die Bekämpfung von Hunger und Armut nur erreichen, wenn die Biodiversität weltweit erhalten und für die nächsten Generationen nachhaltig genutzt wird.

Ohne den Erhalt der Biodiversität ist auch der Klimaschutz bedroht. Die Zerstörung von Wäldern und Mooren – als wichtige CO2-Senken - heizt den Klimawandel weiter an.

Die Lösung: Weniger ist mehr!

 

Die natürlichen Ressourcen der Erde stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Knapp zwei Erden verbrauchen wir Menschen, bei derzeitigem Ressourcenverbrauch werden es 2050 mindestens drei sein. Um für den Erhalt der biologischen Vielfalt als unserer Lebensgrundlage zu kämpfen, müssen wir den Druck auf die Politik weiter erhöhen.
Und auch in unserem Alltag lässt sich viel bewegen.

Mit diesen Alltags-Tipps schützt man auch die biologische Vielfalt:

  1. Öfter mal pflanzlich: Mehr buntes Gemüse und Tofu auf den Teller oder am besten gar kein Fleisch! Rund 80% der Agrarflächen weltweit werden zur Tierhaltung und zum Anbau von Tierfutter genutzt.
  2. Regional und Bio: Ökologisch erzeugte Lebensmittel verzichten auf den Anbau von riesigen Monokulturen und den Einsatz von Pestiziden. Der Kauf von regionalen Produkten spart zudem Unmengen an Energie!
  3. Bewusst leben: Brauche ich schon wieder neue Klamotten oder ein Handy? Oder kann ich Alltagsdinge auch gebraucht kaufen? Es gibt gute Alternativen zu Produkten mit Palmöl oder Tropenhölzern! Tropische Haustiere wie z.B. Papageien oder Reptilien sind tabu! Berechne jetzt deinen ökologischen Fußabdruck.
  4. Werde Bienenfreund:in: Auf dem Balkon oder im Garten freuen sich Bienen und andere Insekten über vielfältige, leckere Pflanzen. Aber auch ohne eigenes Grün kann man in einem Naturschutzprojekt in der Region aktiv werden.
  5. Protest unterstützen: Demonstrationen oder Petitionen gegen die Klimaerwärmung oder für eine Agrarwende üben Druck auf Politiker:innen aus, die auch für den Schutz der biologischen Vielfalt verantwortlich sind.

Lesen Sie hier, warum so viele Arten aussterben, bevor sie überhaupt entdeckt werden.

  1. Das im Oktober 2025 von Präsident Daniel Noboa erlassene Dekret Nr. 191 enthält die Durchführungsbestimmungen zum „Gesetz über soziale Transparenz (Stiftungsgesetz)“, mit dem die Regierung bei Nichtregierungsorganisationen wie Stiftungen und Vereinigungen mögliche „illegale Geldströme“ „verhindern“ oder „aufzudecken“ sucht.

    In Artikel 4 der Durchführungsverordnung des Gesetzes heißt es: „Soziale Organisationen dürfen weder direkt noch indirekt in Aktivitäten investieren, die darauf abzielen, rechtmäßig genehmigte Bergbauprojekte zu behindern oder zu stören.“

    Regierung der Republik Ecuador, 28.10.2025. Decreto 191, Reglamento de la Ley de Transparencia Social, expide personería jurídica para las Organizaciones No Gubernamentales Extranjera: https://www.gob.ec/regulaciones/decreto-191-reglamento-ley-transparencia-social-expide-personeria-juridica-organizaciones-no-gubernamentales-extranjera

Diese Petition ist in folgenden Sprachen verfügbar:


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