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Ein Mann mit eienr Feuerpatsche und ein anderer mit einem Wasserrucksack und Handspritze im Qualm
Partner von Agro é Fogo bei einer Übung zur Feuerbekämpfung (© João Palhares)
Eine junge indigene Frau mit Federkrone und gelber Sicherheitsjacke präsentiert das Handbuch zur Brandbekämpfung von Agro é Fogo
Die 22-jährige indigene Fabiana Martins, Leiterin einer Freiwilligen-Brigade der Frauen der Gavião im Bundesstaat Maranhão, mit dem Handbuch zur Brandbekämpfung (© Salve a Floresta)
Eine Gruppe von Personen hinter auf dem Boden ausgebreiteten Projektmaterialien in einem Konferenzraum
Rettet den Regenwald zu Besuch bei einem Seminar von Agro é Fogo auf dem Gipfel der Völker in Belém (© Rettet den Regenwald e.V.)
Ein umgestürzter verbrannter Baum auf einer von Rauch verhüllten Fläche im Regenwald
Brandrodung im Bundesstaat Maranhão: Die Agrarindustrie nutzt Feuer, um Platz für Monokulturen zu schaffen und sich Land anzueignen (© RdR/ Klaus Schenck)
Jaqueline Vaz und Fabiana Martins sitzen auf dem Podium eines Konferenzraumes
Jaqueline Vaz und Fabiana Martins bei einem Seminar von Agro é Fogo auf dem Gipfel der Völker in Belém (© Guadalupe Rodríguez/ Rettet den Regenwald)

Agro é Fogo: Waldbrände verhindern und löschen

2025 wurden in Brasilien über 134.000 Brandherde registriert. Mehr als 100.000 Quadratkilometer Wald wurden durch Brandstiftung in Flammen gesetzt. Das Netzwerk Agro é Fogo klärt über die Hintergründe auf, übt öffentlichen Druck auf die Politik aus und unterstützt die Menschen bei der Vorbeugung der Feuer und deren Bekämpfung.

Projektübersicht

ProjektthemaLebensräume

Projektziel Vorbeugung und Bekämpfung von Waldbränden

Aktivitäten Politischer Druck und Aufklärungsarbeit, Ausbildung und Ausrüstung zur Brandbekämpfung


99 % aller Brände im Amazonasgebiet, in den Savannen des Cerrado und im Pantanal sind vom Menschen verursacht. Und der Großteil davon ist kriminelle Brandstiftung durch Großgrundbesitzer und Agrarunternehmen. Feuer ist nicht nur die effektivste und billigste Methode, um rasch die Vegetation zu beseitigen und Platz zu schaffen für Soja, Mais, Eukalyptus, Weideland für Rinder oder andere Agrargüter für den Export. Es ist auch eine gezielte Strategie, um indigenen Völkern und traditionellen Gemeinschaften die Lebensgrundlagen zu entziehen, sie zu vertreiben und sich deren Land anzueignen.

Genau diese kriminellen Handlungen dokumentieren und bekämpfen unsere Partner vom Netzwerk Agro é Fogo, dem mittlerweile über 40 Organisationen in Brasilien angehören. Übersetzt bedeutet der Name „Agrarindustrie ist Feuer“, was den verhängnisvollen Zusammenhang verdeutlichen soll.

„Die Brände sind Waffen in den Händen derer, die die natürlichen Ressourcen ausbeuten und denen die traditionellen Gemeinschaften im Wege stehen", erklärt Agro é Fogo.

Eine junge indigene Frau mit Federkrone und gelber Sicherheitsjacke präsentiert das Handbuch zur Brandbekämpfung von Agro é Fogo
Die 22-jährige indigene Fabiana Martins, Leiterin einer Freiwilligen-Brigade der Frauen der Gavião im Bundesstaat Maranhão, mit dem Handbuch zur Brandbekämpfung (© Salve a Floresta)

Die Koalition will die öffentliche Debatte bereichern und die Politik ändern und geht weit über die von der Regierung veröffentlichten Satellitenbilder und Abholzungszahlen hinaus. Sie veröffentlicht Analysen, politische Statements und vermittelt die Dimension dessen, was vor Ort in den Wäldern passiert und die dort lebenden Gemeinschaften erleben.

Agro é Fogo liefert auch wertvolle Erfahrungen, was die lokalen Gemeinschaften gegen die Feuer tun können. Dazu gehört ein kleines Handbuch zur Vorbeugung und Bekämpfung von Waldbränden im Cerrado, das unter anderem mit unseren Spendengeldern finanziert wurde.

Eine Gruppe von Personen hinter auf dem Boden ausgebreiteten Projektmaterialien in einem Konferenzraum
Rettet den Regenwald zu Besuch bei einem Seminar von Agro é Fogo auf dem Gipfel der Völker in Belém (© Rettet den Regenwald e.V.)

Unsere Zusammenarbeit mit Agro é Fogo läuft seit Anfang 2025 und hat das Ziel, den von den Brandstiftungen betroffenen Gemeinschaften Informationen und Ausrüstung zur Verfügung zu stellen, um die Feuer zu verhindern und zu bekämpfen. Aktuell geht es auch darum, Meldungen über Brandstiftung zu systematisieren und an die öffentlichen Stellen weiterzuleiten, die für die Ermittlung, die Strafverfolgung und die Bestrafung der Beschuldigten zuständig sind.

Gemeinsamer Aktionsfonds „ACEIRO“

Unsere Unterstützung von Agro é Fogo schließt auch die Finanzierung von Ausrüstung zum Schutz und zur Bekämpfung von Bränden ein. Dazu wurde Ende 2025 der Fonds „ACEIRO“ (auf Deutsch Brandschneise) eingerichtet, bei dem die Partnerorganisationen Mittel dafür beantragen können. Zu unserer Überraschung gingen in kürzester Zeit 67 Anträge ein, von denen bereits elf positiv entschieden werden konnten.

Das Konzept stärkt die lokale Verantwortung, rüstet die lokalen Brandbekämpfungsteams aus, fördert traditionelle und agroökologische Praktiken und ermöglicht Notfallmaßnahmen angesichts der durch Brände verursachten Schäden.

Jaqueline Vaz und Fabiana Martins sitzen auf dem Podium eines Konferenzraumes
Jaqueline Vaz und Fabiana Martins bei einem Seminar von Agro é Fogo auf dem Gipfel der Völker in Belém (© Guadalupe Rodríguez/ Rettet den Regenwald)

„Das Ziel von Agro é Fogo ist es, weitere Initiativen zu fördern, um sicherzustellen, dass mehr Völker und Gemeinschaften über die notwendigen Mittel verfügen, um ihre angestammten Gebiete zu erhalten und zu schützen“, erklärt die Geschäftsführerin von Agro é Fogo, Jaqueline Vaz.

Ausrüstungskosten für Freiwilligenteams zur Brandbekämpfung

  • Persönliche Schutzkleidung und Handwerkzeuge: 301 Euro
  • Löschrucksatz mit Wasserspritze: 218 Euro
  • Tragbares Gebläse: 460 Euro

Denn bei Bränden können die betroffenen Gemeinschaften in aller Regel nicht mit der Unterstützung durch die Feuerwehren der zuständigen Behörden rechnen. Diese sind für Wald- und Buschbrände schlecht ausgerüstet – weder mit ausreichend Personal noch mit Gerät, und aufgrund der Zahl der Brände und großen Flächen auch völlig überfordert. So bleibt den Menschen nur, sich selbst zur Feuerbekämpfung auszubilden und auszurüsten, und bereits durch vorbeugende Maßnahmen wie die Anlage von Brandschneisen die Ausbreitung von Flammen zu erschweren.

Agro é Fogo ist Reaktion auf den berüchtigten „Tag des Feuers“

Agro é Fogo entstand 2020 als Reaktion auf den berüchtigten „Tag des Feuers“. Damals im Jahr 2019 verabredeten sich kriminelle Großgrundbesitzer und Landbesetzer im Bundesstaat Pará, um weite Teile im Osten des Amazonasgebietes in Brand zu stecken. Sie setzten damit die Politik der Zerstörung der Wälder und der dort lebenden Völker des damaligen rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro um.

Die Agrarindustrie hat eine sehr enge Verbindung zur kriminellen Brandstiftung in Brasilien", berichtet Agro é Fogo

Unter der aktuellen Regierung von Präsident Lula da Silva spielen der Schutz der Regenwälder und der Menschenrechte zwar wieder eine Rolle. Doch auch seine Regierung setzt auf Wachstum und Exporte.  So zündeln Jahr für Jahr die Brandstifter erneut – denn dahinter stecken handfeste wirtschaftliche und politische Interessen, vor allem der mächtigen Agrarindustrie.

Ein umgestürzter verbrannter Baum auf einer von Rauch verhüllten Fläche im Regenwald
Brandrodung im Bundesstaat Maranhão: Die Agrarindustrie nutzt Feuer, um Platz für Monokulturen zu schaffen und sich Land anzueignen (© RdR/ Klaus Schenck)

Intakte Urwälder - also Primärwälder, brennen nicht. Die Vegetation und die Luft unter dem Blätterdach der Baumriesen sind dazu zu feucht. Doch wenn die Regenwälder vom Menschen zerstückelt werden, das Kronendach von Holzfirmen durch den Einschlag von Tropenhölzern geöffnet, große Teile der Vegetation von den schweren Holzschleppern niedergewalzt und beschädigt oder für Holzfällerpisten gerodet werden, dann trocknen die Gebiete aus und werden brennbar.

Deshalb konzentrieren sich die verheerenden Feuer besonders auf Sekundärwälder, in den der Mensch die  Vegetation verändert hat. Ein Drittel der Brände verzeichnen allein die Bundesstaaten Maranhão und Pará. Dort, im Osten des Amazonasregenwaldes und in den Savannen des Cerrado, schreitet die sogenannte Agrarfront voran. Die Naturräume werden großflächig in öde industrielle Monokulturen umgewandelt und die dort lebenden Menschen vertrieben.

Hauptabnehmer der Agrar-und Holzprodukte ist China, doch auch die EU spielt eine wichtige Rolle. Mit dem vereinbarten Freihandelsabkommen der EU mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten, zu denen neben Brasilien auch Argentinien, Paraguay und Uruguay gehören, „sollen die Exporte wachsen, was weiteren Brennstoff liefern wird“, urteilt Agro é Fogo.

Webseite von Agro é Fogo auf Englisch: https://en.agroefogo.org.br

Leitfaden zur Prävention und Bekämpfung von Waldbränden in den Gemeinden des Cerrado: https://agroefogo.org.br/wp-content/uploads/2025/11/MANUAL_VERSAO_WEB.pdf

Regenwald Report 1 -2026. „Wir stellen uns den Waldbränden!“

Ein Mann mit eienr Feuerpatsche und eine Frau mit einem mobilen Blasgerät bei einer Übung im Gegenlicht
Partner von Agro é Fogo legen bei einer Übung eine Brandschneise an (© João Palhares)
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