Direkt zum Inhalt springen
Suche
Boot im Amazonas Regenwald
Mit seinen etwa 10.000 Zu- und Nebenflüssen ist die Amazonasregion das größte Flussgebiet der Erde (© apomares/Istockphoto)
zurück zur Übersicht

Regenwald Report 01/2026 Brasilien - Land der Vielfalt

Bei Brasilien denken wir zuerst an den Amazonasregenwald. Doch dieses größte Land Südamerikas birgt noch weitere ausgedehnte ökologische Regionen (Biome) mit einer Fülle von Tier- und Pflanzenarten – wie die Cerrado-Savanne, der Atlantische Küstenwald oder das Feuchtgebiet Pantanal.

Der Regenwald Report ist kostenlos und erscheint vierteljährlich, er enthält aktuelle Berichte über Projekte und Aktionen. Eine Zustellung per Post ist nur innerhalb Deutschlands möglich.

Amazonien – Weltwunder der Natur

Landkarte Brasilien
Diese Karte zeigt die verschiedenen Biome in Brasilien (© nicoleobermann)

Das Amazonasgebiet umfasst rund 7 Millionen km2, gut 5 Millionen gehören zu Brasilien. In diesem größten tropischen Regenwaldgebiet der Erde lebt schätzungsweise ein Viertel aller weltweit bekannten Tier- und Pflanzenarten, viele von ihnen nur dort. So besitzt der Amazonasregenwald eine Schlüsselrolle für die Artenvielfalt – und für das Weltklima. Durch den Wasserkreislauf sorgt er für Abkühlung und speichert gleichzeitig enorme Mengen Kohlenstoff. Etwa ein Fünftel des Amazonasregenwaldes wurde schon zerstört.


Indigene Völker

Selfie eines Indigenen mit Federhaube links und dahinter vier Personen vor Regenwaldvegetation
Besuch bei den indigenen Tembé im Bundesstaat Pará (© Comunidade Indigena I'Ixing)

Rund 1,7 Millionen Menschen aus 391 Ethnien leben in Brasilien. Bisher wurden 823 indigene Gebiete vom Staat anerkannt. Fast ein Viertel des Amazonasregenwaldes – 1,2 Millionen km2 – sind als indigene Länder (Zahlen von 2022) demarkiert. Die Indigenen bewahren und verteidigen mit Ausdauer, Mut und Kraft und ihrem tiefen Wissen die Natur vor der Zerstörung durch die Agrar- und Rohstoffindustrie. Mit einigen indigenen Gruppen Brasiliens arbeiten wir direkt zusammen – darunter die Ka‘apor und Akroá Gamella in Maranhão, die Pataxó in Bahia, die Tukano im Bundesstaat Amazonas und die Tembé in Pará.


Mata Atlântica – Der Küstenwald ist fast verschwunden

Goldenes Löwenäffchen
Die Goldenen Löwenäffchen leben ausschließlich in der Mata Atlântica (© Enjoylife2/Istockphoto)

Der Atlantische Küstenwald erstreckte sich einst über 3.000 Kilometer entlang der brasilianischen Ostküste, zum Teil weit hinein ins Landesinnere– von den Tieflandregenwäldern in der Küstenebene bis zu den einzigartigen Araukarienwäldern im südlichen Bergland. Doch Abholzungen für Monokulturen, Rinderweiden und Städte haben die Mata Atlântica zu einem Flickenteppich degradiert. Nur noch gut 12 Prozent der ursprünglichen Wälder blieben erhalten. Endemische Arten wie Kragenfaultier und Löwenäffchen (Foto) und auch die Brasilianische Araukarie stehen inzwischen ganz oben auf der Roten Liste bedrohter Arten.


Cerrado – die artenreichste Savanne der Welt

Nandu, Brasilien
Der flugunfähige Nandu ist der größte Vogel des amerikanischen Kontinents (© Angelika Hofer)

Die sehr abwechslungsreichen Ökosysteme des Cerrado reichen von offenen Grasländern bis hin zu dichten Wäldern – über 10.000 verschiedene Pflanzenarten kommen in dieser Feuchtsavanne vor. Hier leben Nandus (Foto), Tapire, Gürteltiere und Mähnenwölfe. Ursprünglich nahm der Cerrado fast ein Viertel Brasiliens ein. Doch nur noch ein Drittel der ursprünglichen Cerrado-Landschaft ist erhalten. Eukalyptus-, Soja- und Zuckerrohrplantagen und Rinderweiden ersetzen großflächig die Vegetation.


Pantanal – Brasiliens Wasserreich

Jaguar im Wasser
Jaguare bevorzugen ufernahe Wälder und halten sich zum Jagen gern in der Nähe von Gewässern auf (© Uwe-Bergwitz/ istockphoto)

Es ist das größte tropische Binnenland-Feuchtgebiet der Erde, liegt in einem Becken des brasilianischen Hochlands, in dem sich das Regenwasser der Berge sammelt. Das Pantanal ist das Reich der Kaimane, die sich den Lebensraum mit Jaguaren (Foto), Ameisenbären, Gürteltieren und Anakondas teilen. Sie alle kommen damit zurecht, dass ihr Lebensraum von Januar bis Juni bis zu einem Meter hoch überschwemmt wird. Dann ragen nur noch bewaldete Inseln und Galeriewälder aus dem Wasser.


Weitere Artikel dieser Ausgabe

Bestellen Sie jetzt unseren Newsletter

Bleiben Sie mit unserem Newsletter am Ball – für den Schutz des Regenwaldes!