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Zwei Personen mit Feuerpatsche und Wasserrucksack mit Handspritze bekämpfen ein qualmendes Feuer
Partner von Agro é Fogo bei einer Übung zur Feuerbekämpfung (© João Palhares)
Gruppenbild Aktivisten in Brasilien
Rettet den Regenwald zu Besuch bei einem Seminar von Agro é Fogo auf dem Gipfel der Völker in Belém (© RdR)
Landschaft in Brasilien
Regenzeit in der Trockensavanne Caatinga im Nordosten Brasiliens: Die Natur erblüht (© istockphoto/cacio murilo de vasconcelos)
Ein Jaguar blickt vom einem umgestürzten Baum im Regenwald Richtung Kamera
Der Jaguar hat nur einen Feind – Menschen, die seinen Lebensraum zerstören (© istock.com)
Der Jabiru, ein Storchenvogel ist das Wahrzeichen des Pantanals
Der Jabiru, ein Storchenvogel, ist das Wahrzeichen des Pantanals und der größte flugfähige Vogel in diesem Feuchtgebiet (© Angelika Hofer)
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Regenwald Report 03/2026 · Brasilien Eine Starke Allianz gegen Brandstifter

Unser Partner Agro é Fogo unterstützt die Vorbeugung und Bekämpfung von Bränden. Noch wichtiger ist die politische und öffentliche Aufklärungsarbeit des Netzwerkes gegen die kriminellen Brandstiftungen.

Der Regenwald Report ist kostenlos und erscheint vierteljährlich, er enthält aktuelle Berichte über Projekte und Aktionen. Eine Zustellung per Post ist nur innerhalb Deutschlands möglich.

In Deutschland und Europa haben wir diesen Sommer erneut die zerstörerische Kraft von Waldbränden erfahren – und wie schwierig es ist, die Feuer unter Kontrolle zu bringen. Noch schlimmer ist die Lage in Brasilien. Letztes Jahr wurden dort über 136.000 Brandherde registriert. Knapp 130.000 km^2 Wald und andere Ökosysteme gingen in Rauch auf.

Feuer am Amazonas
Brandrodung im Amazonasregenwald: Die Agrarindustrie nutzt Feuer, um sich Land anzueignen (© Brasil2 / istockphoto.com)

Während in Europa die meisten Waldbrände aus Unachtsamkeit und durch Unfälle entstehen, werden sie in Südamerika fast immer absichtlich gelegt: Feuer ist die billigste und effektivste Methode, um sich Land anzueignen und die Natur in landwirtschaftliche Flächen umzuwandeln. Die gelegten Brände konzentrieren sich auf den Süden des Amazonasregenwaldes und vor allem auf die tropischen Savannen des Cerrado, in denen die sogenannte Agrarfront voranschreitet.

Jaqueline Vaz leitet in Brasilien das Netzwerk Agro é Fogo, das seit zwei Jahren Partner von Rettet den Regenwald ist. Mit ihr haben wir über die Ursachen der Feuer und die Arbeit des Zusammenschlusses von fast 40 Organisationen gesprochen.

„Agro é Fogo ist im Jahr 2020 entstanden, um die durch Brandstiftung verursachte Gewalt an der Natur und den Menschen offenzulegen und dagegen vorzugehen. Der Anlass waren die massiven Brandrodungen

Ein Jaguar blickt vom einem umgestürzten Baum im Regenwald Richtung Kamera
Der Jaguar hat nur einen Feind – Menschen, die seinen Lebensraum zerstören (© istock.com)
Der Jabiru, ein Storchenvogel ist das Wahrzeichen des Pantanals
Der Jabiru, ein Storchenvogel, ist das Wahrzeichen des Pantanalsund der größte flugfähige Vogel in diesem Feuchtgebiet (© Angelika Hofer)

im Amazonasregenwald von Pará. Damals, unter der Regierung von Präsident Bolsonaro, verabredeten sich Viehzüchter und Großgrundbesitzer in einer koordinierten Machtdemonstration zu einem „Tag des Feuers“. Mit der großflächigen Brandstiftung schafften sie Platz für Rinderweiden und Ackerflächen für Soja und Mais. Wenig später standen dann auch noch weite Teile des riesigen tropischen Sumpfgebiets Pantanal in Flammen.“

Agrarindustrie bedeutet Feuer

Währenddessen warb die Agrarindustrie im Fernsehen mit einer massiven Kampagne für all das Gute, das sie angeblich mit sich bringe, und wonach die ’industrielle Landwirtschaft der Reichtum Brasiliens‘ sei. „Der Name unseres Netzwerkes Agro é Fogo (auf Deutsch: Die Agrarindustrie bedeutet Feuer) widerspricht diesem Slogan. Denn in Wirklichkeit steht sie für Brandstiftung, Zerstörung und Verbrechen. Die Großgrundbesitzer setzen nicht nur Feuer dafür ein, um im Regenwald Weideland und Monokulturen für den Export zu schaffen, sondern auch, um die dort lebenden Gemeinschaften zu bedrohen, zu misshandeln und zu vertreiben. Diese Zusammenhänge legen wir offen und üben Druck auf die Regierung und Behörden aus“, so Jaqueline Vaz.

„Wir begannen mit politischer Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit, mit der Erstellung von Dossiers mit Informationen zum Landraub, zur Abholzung und zu den Bränden. Ein weiterer Schwerpunkt war es, in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Saatgut zu erhalten. Denn die Flammen vernichten die Samen der Bäume und Nutzpflanzen, was die Erholung der Natur erschwert und die Lebensgrundlagen der Menschen vernichtet.“

Agrarindustrie diktiert Politik und Gesetze

Es gibt zwar Gesetze zum Schutz der Umwelt und Menschen, aber sie sind nicht wirksam, weil es kaum Kontrollen gibt und immer wieder Lockerungen beschlossen werden. Im Parlament haben die Interessenvertreter der Agrarindustrie, die sogenannte „Bancada Ruralista“, die Mehrheit. Sie verabschieden Vorschriften, die die Zerstörung der Umwelt begünstigen: wie zum Beispiel ein Gesetz, das die Anerkennung weiterer indigener Territorien verhindern soll.

Zwar wurde mit dem derzeitigen Justizminister Flavio Dino begonnen, die einzelnen brasilianischen Bundesstaaten für die Brandlage verantwortlich zu machen. Doch in den fünf Jahren seit der Gründung von Agro é Fogo wurden lediglich drei Personen im Jahr 2024 tatsächlich angeklagt, nachdem Rauch die 20-Millionen-Einwohner-Metropole São Paulo eingehüllt hatte. Er stammte von den zahllosen Feuern im Amazonasgebiet, die 2.000 Kilometer weiter nördlich loderten.

Vorbeugung ist entscheidend

Agro é Fogo liefert den Menschen wertvolle Informationen, indem es Handbücher für das Feuermanagement in den verschiedenen Ökosystemen herausgibt. Denn wenn die Vegetation großflächig in Flammen steht, ist es selbst mit viel technischer Ausrüstung sehr schwierig, Brände zu löschen. Entscheidend sind daher vorbeugende Maßnahmen, um die Ausbreitung zu verhindern.

Zwei Personen mit Feuerpatsche und Wasserrucksack mit Handspritze bekämpfen ein qualmendes Feuer
Partner von Agro é Fogo bei einer Übung zur Feuerbekämpfung (© João Palhares)

Wie das geht, zeigt die kommunale Feuerbrigade im Schutzgebiet Terra Ronca im Bundesstaat Minas Gerais per Video:

An strategischen Stellen wie Bergrücken legt sie Brandschneisen an. Die für die Arbeit benötigten Gerätschaften wie Motorsense, Laubbläser und Kettensäge haben sie mit Spendengeldern von Rettet den Regenwald beschafft.

Auch die Brigade im indigenen Land Wawi in Mato Grosso bedankt sich für die Ausrüstung.

Eine andere Brigade hat mit unseren Spenden Ausrüstung wie mobile Wasserspritzen erworben, die aus einem Behälter in einem Rucksack gespeist werden. In einer Übungproben sie den Einsatz der Geräte und lernen, kontrollierte Gegenfeuer zu legen, die bei einem Brand den Flammen den Weg abschneiden.

„Fonds Brandschneise“

(Fundo ACEIRO)

„Dank der Initiative von Rettet den Regenwald haben wir gemeinsam den ’Fundo Aceiro‘ gegründet. Auf Deutsch bedeutet das ’Fonds Brandschneise‘. Dieser bündelt die Finanzierung von kleinen Projekten zum Schutz vor Bränden“, sagt Jaqueline Vaz. Bei der ersten Ausschreibung gingen für den Fonds 64 Finanzierungsanträge ein. Elf Projekte lokaler Feuerbrigaden sowie eine Fotoausstellung haben wir ausgewählt, die übrigen Anträge wurden erst einmal zurückgestellt und sollen mit neuen Spendengeldern finanziert werden. Die dabei geförderten Aktivitäten sind sehr vielfältig. Sie helfen, die Feuerbrigaden bei der Verhütung und Bekämpfung von Bränden zu unterstützen – mit den erforderlichen Informationen, Ausbildung und Ausrüstung, damit sie sicherer und effizienter arbeiten können.

 

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