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Urwaldbaum
Urwaldbaum in dichter Vegetation (© Klaus Schenck)
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Regenwald Report 03/2026 · Regenwald Urwälder haben ihren eigenen Brandschutz

Waldbrände sind am Amazonas kein natürliches Phänomen. Intakte tropische Regenwälder sind nur schwer entflammbar. Mit ihrem Stockwerkbau speichern Primärwälder viel Wasser.

Der Regenwald Report ist kostenlos und erscheint vierteljährlich, er enthält aktuelle Berichte über Projekte und Aktionen. Eine Zustellung per Post ist nur innerhalb Deutschlands möglich.

Im Regenwald ist es am Boden, wo Feuer beginnen, zu feucht, weil dort kein Sonnenlicht und Wind ankommen. Und weil ein Riesenheer von Insekten, Würmern und Pilzen alles abgestorbene Pflanzenmaterial rasch zersetzt, gibt es dort kaum brennbare Biomasse. Hinzu kommt, dass sich Regenwälder ihr eigenes feuchtes Klima schaffen. Weit über die Hälfte der Niederschläge verdunstet rasch wieder aus der Vegetation. Die aufsteigende feuchtwarme Luft bildet Gewitterwolken, die sich in einem Kreislauf erneut über dem Wald abregnen. 

Doch überall dort, wo das Kronendach durch menschliche Aktivitäten wie Holzeinschlag, Viehzucht und Landwirtschaft gelichtetist, wo Pisten und Straßen die Vegetation zerschneiden, trocknen die Flächen aus und werden brennbar. Das macht Sekundärwälder anfällig für Brandstiftung, wasiederum zeigt, wie wichtig der Erhalt der Urwälder ist.

Die globale Klimaerwärmung verstärkt Wetterextreme wie häufigere Dürren, Hitzewellen und starke Winde, die Brände begünstigen. Laut Wissenschaftlern droht zum Ende des Jahres ein besonders starker El Niño, bei dem sich die Richtungen von Meeresströmungen im Pazifik ändern. Im Amazonasgebiet und weiten Teilen Brasiliens dürfte das zu einer neuen Dürre führen. Dabei beginnt die Politik zum Schutz des Amazonasregenwaldes der brasilianischen Regierung unter Präsident Lula da Silva offenbar Wirkung zu zeigen. Laut dem Überwachungsnetzwerk Map-Biomas verbrannte dort mit 30.000 km2 im vergangenen Jahr die kleinste Fläche seit Beginn der Aufzeichnungen 1983. Im Jahr davor war dagegen mit fast 160.000 km2 abgebrannter Fläche der bisherige Höchststand erreicht worden. Eine katastrophale zweijährige Dürre hatte die Ausbreitung von Feuern befördert. Doch während alle Augen auf das Amazonasgebiet gerichtet sind, weichen die Brandstifter auf andere Ökosysteme aus. Vor allem die angrenzenden Savannen des Cerrado werden nun niedergebrannt, um Viehweiden und Soja-Monokulturen auszuweiten. Die Arbeit von Agro é Fogo im Cerrado ist deshalb besonders wichtig, um diese einzigartige Natur zu bewahren.

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