Dutzende Firmen auf Sumatra geschlossen!
: Zwei Monate nach dem Zyklon auf Sumatra: Staudamm und Wasserkraftwerk im Batang-Toru-Wald sind mit sofortiger Wirkung die Genehmigungen entzogen worden. Auch die Martabe-Goldmine und das Zellstoffunternehmen Toba Pulp Lestari sowie 25 weitere Unternehmen müssen schließen. Das kündigte der indonesische Staatssekretär in einer Aufsehen erregenden Pressekonferenz an.
Nach dem Zyklon am 25. November 2025, der wegen der massiven Entwaldung und Umweltzerstörung so furchtbare Folgen für Sumatra hat, sind zahlreiche Unternehmen in den drei betroffenen Provinzen Aceh, Nordsumatra und Westsumatra endlich einer staatlichen Überprüfung unterzogen worden.
Das Ergebnis: Zahlreiche Unternehmen haben das Recht gebrochen. Präsident Prabowo Subianto hat entschieden: 28 Unternehmen müssen schließen! Dies verkündete Staatssekretär Prasetyo in einer per Livestream übertragenden Pressekonferenz am 20. Januar 2026, fast zwei Monate nach dem Zyklon.
Darunter sind das Zellstoffunternehmen Toba Pulp Lestari, das Wasserkraftwerk und die Martabe-Goldmine im Batang-Toru-Wald und eine Abholzfirma auf den Mentawai-Inseln. (Die Liste der Unternehmen weiter unten. Wenn nicht anders vermerkt, handelt es sich um Holzeinschlag.)
Die „hydrometereologische Katastrophe“ (Prasetyo) hat die Überprüfung von Firmen, die von der Ausbeutung der Natur profitieren, beschleunigt. Trotz dieser Wortwahl definiert die Regierung die Situation nicht als nationale Katastrophe, mit der Folge, dass es so gut wie keine staatliche Katastrophenhilfe gibt. Die Nothilfe leistet überwiegend die Zivilgesellschaft, auch mit Unterstützung von Spenden von Rettet den Regenwald.
„1190 Menschen sind gestorben, 141 werden noch vermisst, 131.000 leben immer noch in Flüchtlingslagern und Zelten. 175.000 Häuser, viele Straßen und Brücken sind zerstört. Das soziale und wirtschaftliche Leben ist erstarrt“, berichten die Organisationen JATAM, APEL und KSPPM und nennen die verheerenden Auswirkungen des Unwetters die „Spur der Verwüstung am Oberlauf der Flüsse und in Erdbebengebieten durch die Oligarchie“ (PDF auf Indonesisch: Jejak Oligarki di Hulu DAS dan Zona Rawan Bencana, mit Karten und Grafiken zu Konzernen, die Politikern gehören oder an denen sie beteiligt sind).
Papierindustrie und Wasserkraftwerk
Dass in Nordsumatra zwölf Holzunternehmen ihre Betriebserlaubnis verloren haben, ist ein Hoffnungsschimmer für den geschundenen Regenwald der Provinz. Besonders erleichtert sind die Menschen, dass endlich das Zellstoffunternehmen Toba Pulp Lestari, das zur Holding APRIL gehört, den Betrieb einstellen muss.
Toba Pulp Lestari schließen! fordern die Einheimischen in den letzten Jahren jeden einzelnen Tag, denn die Eukalyptus-Plantagen für die Zellstofffabrik breiten sich inzwischen bis in den Batang-Toru-Wald aus. Seit vierzig Jahren zerstört Toba Pulp Lestari den Regenwald, raubt den indigenen Batak ihr angestammtes Land, vergiftet Flüsse und den Toba-See und wendet immer wieder Gewalt an. Kürzlich erst haben Bewaffnete wieder ein Dorf überfallen.
Staudamm und Kraftwerk im Batang-Toru-Wald, in dem die seltenen Tapanuli-Orang-Utans, Tapire, Sumatra-Tiger und andere unter Schutz stehende Tierarten leben, dürfen nicht weitergebaut werden. Besonders in dieser Region sind die Auswirkungen des Zyklons extrem. Entlang des Batang-Toru-Flusses sind 350 Hektar für das Wasserkraftwerk abgeholzt worden.
Große Schäden hat auch der Kahlschlag für die Martabe-Goldmine von PT Agincourt Resources angerichtet. Die Konzession von 130.252 Hektar Größe überlappt mit dem Batang-Toru-Ökosystem. Mehr als 700 Hektar Wald hat das Unternehmen zerstört.
Sanktionen nur auf dem Papier?
„Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass ohne öffentlichen Druck der Entzug der Genehmigungen nur symbolische Politik bleibt“, warnt Rianda Purba, Direktor unserer Partnerorganisation WALHI Nordsumatra. „Die Verflechtung der Oligarchie mit der Regierung beschleunigt Umweltzerstörung und erhöht das Risiko ökologischer Katastrophen“, so Rianda Purba in der indonesischen Pressemitteilung „Symbolischer Entzug der Genehmigungen für die Umwelt zerstörende Unternehmen ist gefährlich".
„Die Aufhebung der Genehmigungen muss bis zur Wurzel des Problems erfolgen und mit konkreten Lösungen einhergehen. Es reicht nicht, nur die Genehmigungen von Unternehmen zu widerrufen, während Konflikte, Umweltschäden und soziale Auswirkungen vor Ort ungelöst bleiben“, so Rahmat Syukur von unserer Partnerorganisation APEL in der gemeinsamen Mitteilung mit Trend Asia und YCC Mentawai „Die für die Katastrophe verantwortlichen Unternehmen müssen die Natur renaturieren" (indonesisch, unter der PM von WALHI Sumut)
Sumatras Umweltverteidiger appellieren an die Politik:
- Es darf nicht sein, dass die Firmen sogar ohne Lizenz weiter die Naturressourcen ausbeuten, so wie es bisher häufig der Fall ist.
- Zudem muss der Entzug der Genehmigungen endgültig sein.
- Der Staat muss Gesetzesbrüche sanktionieren und bestrafen.
- Die Firmen müssen mit der Bevölkerung die vielen Landrechtskonflikte lösen.
- Vor allem müssen sie das degardierte Land renaturieren.
Seit Jahren setzt sich Rettet den Regenwald für den Schutz des Batang-Toru-Waldes der Tapanuli-Orang-Utans und für die Waldrechte der Indigenen ein, mit gemeinsamen Kampagnen und der Petition Tapanuli-Orang-Utan schützen! Kein Staudamm in Batang Toru!
Wir sind Teil der breiten Kampagne „Toba Pulp Lestari schließen!“ (Tutup TPL!), mit Informationen und der Petition Keine Geschäfte mit dem Papierkonzern APRIL!
Außerdem unterstützen wir einige indigene Gemeinschaften bei Erhalt und Bepflanzung ihrer Wälder am Toba-See und im Wald der Tapanuli-Orang-Utans.
Holz und Palmöl aus dem Leuser-Ökosystem
Die Nachbarprovinz Aceh hat nach Daten unserer Partnerorganisation Forest Watch Indonesia in den letzten sieben Jahren 1770 km² Wald verloren (zum Vergleich: Fläche von Berlin: 891 km²). Hauptverantwortlich sind vier Holzeinschlagsunternehmen. Dreien wurde jetzt die Betriebsgenehmigung entzogen: PT Aceh Nusa Indrapuri, PT Rimba Timur Sentosa, Rimba Wawasan Permai, übrigens zum wiederholten Mal. Das vierte, PT Aceh Nusa Indrapuri, das zum Imperium des Präsidenten selbst gehört, bleibt verschont.
Im Leuser-Ökosystem, dem einzigartigen Ort, in dem Sumatra-Orang-Utans, Tiger, Elefanten und Nashörner im selben Habitat leben, bilden die Feuchtgebiete - Torfmoore, Mangroven, Sümpfe - einen Schwerpunkt der Arbeit von Rettet den Regenwald. Doch die unzähligen Palmölplantagen, besonders die im geschützten Tripa-Torfmoor, dem bevorzugten Lebensraum der Sumatra-Orang-Utans, sind von der Entscheidung Prabowo Subiantos nicht betroffen. Dabei beziehen globale Lebensmittelkonzerne bis heute immer noch Palmöl aus den geschützten Gebieten.
Auch Goldminen und Bergbau bedrohen das Leuser-Ökosystem enorm. Legale und illegale Minen graben tiefe Wunden in den Wald und auch das Leben der Indigenen. Wir unterstützen die Indigenen in Beutong in ihrem Kampf gegen Bergbau und die Tiger von Pining im Gayo-Hochland mit einer Baumschule.
In Westsumatra verloren sechs Holzunternehmen ihre Konzession, darunter auch PT Biomass Andalan Energi. Diese Firma plant massiven Holzeinschlag auf den Mentawai-Inseln.
Seit Jahren unterstützt Rettet den Regenwald die Forderung der Indigenen von Sipora, einer der Mentawai-Inseln, der Firma SPS keine Genehmigung zu erteilen, mit einer Petition. Bisher mit Erfolg, da die Umweltverträglichkeitsprüfung nicht abgeschlossen ist.
Geschlossene Unternehmen in Nordsumatra
- PT Toba Pulp Lestari Tbk (Zellstoff und Viskose, Eukalyptusplantagen)
- PT Agincourt Resources (Martabe-Goldmine Batang Toru)
- PT North Sumatra Hydro Energy (Wasserkraftwerk Batang Toru)
- PT Anugerah Rimba Makmur
- PT Barumun Raya Padang Langkat
- PT Gunung Raya Utama Timber
- PT Hutan Barumun Perkasa
- PT Multi Sibolga Timber
- PT Panei Lika Sejahtera
- PT Putra Lika Perkasa
- PT Sinar Belantara Indah
- PT Sumatera Riang Lestari
- PT Sumatera Sylva Lestari
- PT Tanaman Industri Lestari Si
- PT Teluk Nauli
Geschlossene Unternehmen in der Provinz Aceh
- PT Aceh Nusa Indrapuri
- PT Rimba Timur Sentosa
- Rimba Wawasan Permai
- PT Ika Bina Agro Wisesa (Palmöl)
- CV Rimba Jaya (Outdoor)
Geschlossene Unternehmen in Westsumatra
- PT Biomass Andalan Energi (Holzplantage und Kraftwerk auf Mentawai)
- PT Perkebunan Pelalu Raya (Palmöl)
- PT Inang Sari (Palmöl)
- PT Minas Pagai Lumber
- PT Bukit Raya Mudisa
- PT Dhara Silva Lestari
- PT Sukses Jaya Wood
- PT Salaki Summa Sejahtera
nach Information des Anti-Bergbau-Netzwerks JATAM https://jatam.org/id/lengkap/Panja-Alih-Fungsi-Lahan-DPR-Pahlawan-Kesiangan-Bencana
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