Regenwald Report 02/2015
Aluminium: Das fatale Metall
Die Industrie verwendet große Mengen Aluminium. Besonders reines Bauxit, aus dem das Leichtmetall gewonnen wird, lagert unter Brasiliens Regenwäldern. Um die Lagerstätten auszubeuten, werden Flächen gerodet und Flüsse vergiftet. Diskutiert wird, ob aluminiumhaltige Produkte mit Krankheiten in Verbindung gebracht werden können
Der Kontrast könnte kaum deutlicher sein: Mitten im üppig grünen Dschungel klafft ein leuchtend rotes Loch. Für die Bauxit-Mine von Porto Trombetas in Amazonien wurden Tausende Hektar Regenwald gefällt. Jahr für Jahr wird auf Flächen so groß wie 250 Fußballfelder jede Vegetation vernichtet, Meter tief wird die Erde beiseite geschafft, bevor Maschinen im Tagebau das Erz abgraben, das zu Aluminium verhüttet wird. Der Manager des Alu-Konzerns Norsk Hydro spricht ungeniert vom „sehr hochwertigen Bauxit“ in der Lagestätte.
Aluminium ist ein begehrtes Metall. Es ist leicht, rostfrei, formbar, lichtundurchlässig, geschmacksneutral. Es ist in unserer modernen Gesellschaft allgegenwärtig und steckt in Fensterrahmen, in Autokarosserien, in Deckeln von Joghurtbechern, in Deosprays, Medikamenten und Impfstoffen.
Die dunklen Seiten des Aluminiums nehmen dem Leichtmetall womöglich seinen Glanz. Sie stehen im Mittelpunkt von Bert Ehgartners Dokumentation „Die Akte Aluminium“, die von arte und dem ZDF gesendet wurde. Der Journalist begibt sich auf eine Reise durch die Schattenwelt des Aluminiums und zeigt, wie bei der Herstellung große Mengen giftiger Rotschlamm anfallen, Flüsse verschmutzt werden und Menschen leiden, die nahe an den Minen und Hüttenwerken leben. Fischer im Dorf Barcarena, wo Norsk Hydro Aluminium verarbeitet, klagen, dass ihr Fang eingebrochen sei. Arbeiter berichten von Verätzungen der Haut und Schlafstörungen.
Aluminium birgt laut Ehgartner noch weitere Gefahren, die in der Fachwelt allerdings umstritten sind: In seiner Dokumentation bringen Toxikologen und Mediziner Produkte, die Aluminium enthalten, mit Brustkrebs, Allergien und Alzheimer-Demenz in Verbindung. Sicherlich ist es ratsam, keine aluminiumhaltigen Deos zu verwenden.