Hunderte Kilometer für den Schutz der Schimpansen

02.04.2025
Seit mehreren Jahren arbeitet Rettet den Regenwald mit der Wild Chimpanzee Foundation (WCF) zusammen, um den Lebensraum stark bedrohter Schimpansen in Liberia zu bewahren. Im Zentrum stehen dabei die Patrouillen von Ecoguards. Die Männer und Frauen aus den Dörfern am Rande der Nationalparks Grebo-Krahn und Sapo leisten Erstaunliches und haben Erfolg.
1.050 Kilometer – eine Strecke von Flensburg bis Garmisch-Partenkirchen. Diese Distanz haben die 32 Ecoguards, die Rettet den Regenwald unterstützt, 2024 zum Schutz von Schimpansen allein im Grebo-Krahn Nationalpark zurückgelegt. An insgesamt 263 Tagen sind sie durch den dichten Dschungel gestapft, haben Bäche und Hügel überquert, imaginären Linien und Quadraten folgend.
Auf ihren Patrouillen haben die Männern und Frauen, die aus den Dörfern der Umgebung stammen, 2.142 „Zeichen menschlicher Aktivitäten“ entdeckt, wie es im Bericht der Wild Chimpanzee Foundation (WCF) heißt. Neben Goldsuche und dem Fällen von Bäumen waren es vor allem Hinweise auf illegale Jagd nach Wildfleisch im Schutzgebiet. Sechs Wilderer, die nicht aus der Region waren und das Fleisch der erlegten Tiere auch in die Elfenbeinküste verkaufen wollten, konnten dingfest gemacht werden.
Des Erfreuliche: im Vergleich zum Jahr 2023 ging die Zahl der beobachteten „menschlichen Aktivitäten“ um 35 Prozent zurück.
„Das ist ein sehr ermutigendes Zeichen dafür, dass die gemeinsame Arbeit der Community Ecoguards mit der Forstbehörde wirkt“, freut sich Annika Hillers, die das Team der WCF in Liberia leitet.
Während ihrer Patrouillen haben die Ecoguards im Grebo-Krahn Nationalpark 2.806 Tierbeobachtungen registriert, darunter Zwergflusspferde, Waldelefanten und Schimpansen.
Ecoguards auch im Sapo Nationalpark
Auch im Sapo Nationalpark waren 22 Ecoguards für die WCF unterwegs, insbesondere in einer für Tourismus offenen Zone. Diese Gruppen legten 707 Kilometer zurück und stellten 658 Fälle „menschlicher Aktivität“ fest. Zu 99 Prozent ging es dabei um Wilderei. Auch hier gab es einen erfreulichen Rückgang auf die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr.
Bewusstsein für die Natur schaffen
Über die Patrouillen hinaus haben die Ecoguards in 63 Dörfern mit der Bevölkerung über den Wert der Regenwälder und deren Schutz diskutiert. Dabei haben sie angesprochen, was im Schutzgebiet erlaubt ist und was untersagt ist. Denn ohne die Menschen vor Ort kann die Bewahrung der Natur nicht gelingen.
Die Bilanz der Ecoguards ist so ermutigend, dass wir die Zusammenarbeit mit der Wild Chimpanzee Foundation (WCF) auch 2025 fortsetzen.