9 Studenten wegen Protest gegen Stanbic Bank verhaftet

Studenten protestieren gegen die Pipeline EACOP Studenten protestieren gegen die Pipeline EACOP (© StopEACOP) Festnahme von Studenten während Protest gegen EACOP Neun Studenten werden von Sicherheitskräften abgeführt (© StopEACOP)

02.04.2025

Polizei gegen Aktivisten: in Uganda wurden erneut Studenten verhaftet, die friedlich gegen das Pipeline-Projekt EACOP demonstriert haben. Die neun Inhaftierten waren mit anderen vor den Sitz der Stanbic Bank in Kampala gezogen, die sich offenbar an der Finanzierung der Ölpipeline beteiligen will. Videos und Fotos zeigen, wie bewaffnete Sicherheitskräfte die Demonstranten abführen.

Die Studenten wollten ein Memorandum an Stanbic übergeben. Darin forderten sie, die finanzielle Unterstützung für die EACOP unverzüglich zurückzuziehen. Das harte Durchgreifen der Sicherheitsbehörden sei „ein weiteres Zeichen dafür, wie diese Pipeline den Ugandern mit Gewalt, Einschüchterung und Schweigen aufgezwungen wird, während berechtigte Bedenken gegen das Projekt unbeantwortet bleiben“, schreibt das Bündnis StopEACOP, dem auch Rettet den Regenwald angehört, in einer Erklärung.

„Diese Verhaftungen sind rechtswidrig und ein weiteres Beispiel dafür, dass die ugandischen Behörden Repressionen anwenden, um legitime abweichende Meinungen zu unterdrücken. Friedlicher Protest ist ein verfassungsmäßiges Recht, doch immer wieder sind diejenigen, die sich gegen die EACOP aussprechen, willkürlichen Verhaftungen und Einschüchterungen ausgesetzt“, sagte der Anwalt Brighton Aryampa, der die verhafteten Studenten unterstützt und mit dem Rettet den Regenwald in einem früheren Fall zusammengearbeitet hat.

Die im Bau befindliche East African Crude Oil Pipeline (EACOP) soll über 1.443 Kilometer Rohöl von der Stadt Hoima in Uganda zum Hafen von Tanga in Tansania transportieren. Seit Beginn des Projekts wehren sich die örtliche Bevölkerung und Klimaschützer dagegen.

„Wir haben das Recht, uns gegen ein Projekt auszusprechen, das unsere Zukunft bedroht. Doch immer wieder werden wir mit Repressionen statt mit Dialog konfrontiert. Wir fordern die sofortige Freilassung aller Verhafteten und ein Ende der anhaltenden Unterdrückung gewaltfreier Aktionen“, sagte Alphonse Nkurukiza, ein Aktivist von Students Against EACOP Uganda.

„Die heutigen Verhaftungen bestätigen diese Realität: Banken wie Stanbic finanzieren nicht nur die Umweltzerstörung, sondern machen sich auch mitschuldig an der Unterdrückung derjenigen, die es wagen, Widerstand zu leisten“, sagte der Koordinator der #StopEACOP-Kampagne, Zaki Mamdoo.

Gemeinsam mit StopEACOP und den studentischen Aktivisten fordern wir die sofortige Freilassung der Inhaftierten und das Ende der Verfolgung von Kritikern des Pipeline-Projekts.

#StopEACOP ist eine weltweite Kampagne gegen den Bau der EACOP. In dem Bündnis haben sich lokale Gruppen, Gemeinden sowie afrikanische und internationale Organisationen zusammengeschlossen. Die #StopEACOP-Koalition fordert einen Stopp der geplanten Pipeline und der damit verbundenen Ölfelder in Tilenga und Kingfisher. Bislang haben bereits 43 Banken und 29 (Rück-)Versicherer ihre Unterstützung für die EACOP ausgeschlossen.

Bestellen Sie jetzt unseren Newsletter

Bleiben Sie mit unserem Newsletter am Ball – für den Schutz des Regenwaldes!